30.06.2010 - BZE-Verwaltungsrat stellt Weichen Richtung "Neubau Herdschwand an neuem Standort"
Ein halbes Jahr nach der Verselbständigung der Betagtenzentren Emmen in eine gemeinnützige AG löst der Verwaltungsrat das Versprechen ein, die für die Sanierung des Herdschwand Betagtenzentrums sehnsüchtig erwartete Lösung zügig und zukunftsgerichtet voranzutreiben. Er favorisiert aus verschiedenen Bauvarianten die Lösung «Neubau an neuem Standort» und lässt die Möglichkeiten dazu bis Ende 2010 entscheidungsreif abklären.
Mit seinem Entscheid, die Sanierung der Herdschwand über einen Neubau an einem neuen Standort zu lösen, hat der Verwaltungsrat der Betagtenzentren Emmen AG (BZE AG) wichtige Weichen für die Zukunft der Alterspflege in Emmen gestellt. Und damit auch ein Versprechen gegenüber dem Stimmvolk eingelöst, war doch der umfassende Sanierungsbedarf der Herdschwand einer der Hauptgründe für die Auslagerung der bis Ende 2009 öffentlich-rechtlichen Betagtenzentren in eine gemeinnützige, zu 100 % gemeindeeigene AG gewesen.
Grünes Licht für Variante «neu/neu»
Der Verwaltungsrat der BZE AG hat den neuen unternehmerischen Spielraum genutzt, um zwei Neubau- und zwei Umbauvarianten für die Herdschwand intensiv zu prüfen und durchzuberaten. Bereits in seiner 3. Sitzung fällte er den Entscheid, die Variante «Neubau an neuem Standort (neu/neu)» zu favorisieren und bis Ende 2010 entscheidungsreif abklären zu lassen. Den Ausschlag dafür gaben die zahlreichen Vorteile: Zum einen lässt sich ein Neubau auf einem neuen Grundstück schneller und ohne Beeinträchtigung des laufenden Betriebs realisieren. Zum anderen wirkt sich dieses Modell auf die Betriebs- und Unterhaltskosten am günstigsten aus. Nicht zuletzt könnte hier auch ein Beitrag zur Entwicklung von Quartieren geleistet werden. Dies waren – zusammen mit dem Ziel, die für mindestens 25 Jahre beste Ausgangslage für eine zeit- und fachgerechte Pflege von betagten Menschen in Emmen zu schaffen – die Hauptgründe für den Entscheid.
Land und Investor gesucht
Das Neubauprojekt der BZE AG für die Herdschwand geht von einem Landbedarf von 14'000 Quadratmetern und einem Mittelbedarf von 53 bis 55 Mio. CHF (inkl. Landererwerb und Rückbau Herdschwand) aus. Die Geschäftsleitung der BZE AG wird nun innerhalb der nächsten Monate die bisher geführten Gespräche mit interessierten Partnern konkretisieren. Einerseits werden Parzellen der Gemeinde Emmen und andere Grundstücke näher abgeklärt. Gute Verkehrserschliessung und Synergien (Durchmischung von Generationen, Spitex, Quartierrestaurant/Café, evtl. Kinderhort, Quartierbelebung, ruhiger 24-Stunden-Betrieb, betreutes Wohnen usw.) werden dabei angestrebt. Anderseits steht bezüglich Finanzierung fest, dass sich diese im benötigten Zeithorizont nicht ohne externen Partner realisieren lässt. Die bereits begonnenen Gespräche mit interessierten Banken und Investoren werden ebenfalls zielstrebig weitergeführt. Für den Fall, dass sich bezüglich Grundstück und Finanzierung für die Variante «neu/neu» innert nützlicher Frist keine realisierbare Lösung finden liesse, behält sich der Verwaltungsrat vor, auf die Variante Standardsanierung (Kostenschätzung ca. 38 Mio. CHF) zurückzukommen.
Sanierungsbedarf seit langem erwiesen
Das 1976 erbaute Herdschwand Betagtenzentrum umfasst 156 Betten, davon 70 Pflegeplätze in fünf Wohngruppen. Bereits seit längerem ist klar, dass das damals «sehr fortschrittliche Altersheim der Zentralschweiz» trotz seines relativ jungen Alters saniert werden muss. Technische Mängel, u.a. bei den Wasserleitungen und den Flachdächern, aber auch beträchtliche betriebliche Mängel sind die Gründe dafür. Mit seinen Drei- und Vierbettzimmern in den Pflegeabteilungen, Etagen-WC’s und Duschen, zum Teil nicht rollstuhlgängigen Nasszellen, fehlenden Infrastruktur- und Gemeinschaftsräumen auf den Etagen usw. entspricht der Bau den gesellschaftlichen Ansprüchen immer weniger und zeigt sich für den heutigen Pflegebedarf, der sich immer mehr zur intensiven Pflege hin verschoben hat, als völlig ungenügend. Diese Ausgangslage hat bereits 1998 dazu geführt, dass der Emmer Gemeinderat eine Vorprojektstudie erstellen liess, die allerdings wegen des ermittelten Investitionsbedarfs von damals schon 32,6 Mio. Franken die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde überstieg. Seit 2005 wurden zum Thema Um- oder Neubau Herdschwand weitere verschiedene Studien und Berichte erstellt. Der dringende Bedarf führte denn auch zur Auslagerung der Betagtenzentren in eine eigenständige AG, um die zu tätigenden Investitionen ausserhalb des ordentlichen Gemeindebudgets speditiver anzupacken und neue Finanzierungsmodelle mit externen Partnern eingehen zu können. Für den BZE-Verwaltungsrat stehen dabei Banken oder Investoren mit gleichgelagerten Interessen im Vordergrund.
Weiteres Vorgehen
Bis Ende 2010 will der BZE-Verwaltungsrat das definitive Projekt präsentieren können. Seine weitere Planung für den Neubau sieht 2011 den Projektwettwerb, 2012 den Baubeginn und 2014 die Inbetriebnahme am neuen Standort vor. Den bisherigen Standort Herdschwand wollen die Gemeinde Emmen als Landbesitzerin und die BZE AG als Baurechtsnehmerin und Gebäudebesitzerin gemeinsam einer quartiergerechten, qualitativ hochwertigen Umnutzung zuführen.
Emmenbrücke, 30. Juni 2010
Für weitere Auskünfte:
Rolf Born, Präsident Verwaltungsrat BZE AG, Tel. 041 268 03 56, Natel 079 786 00 58
Richard Kolly, Geschäftsführer BZE AG, Tel. 041 268 53 10, Natel 079 653 73 60
Ernst Widmer, Bau- und Projektberater, dipl. Architekt FH, Bauökonom NDS-U, Tel. 041 289 64 33, Natel 079 340 81 63
Die Betagtenzentren Emmen AG mit ihren Standorten Alp und Herdschwand nimmt im Auftrag der Gemeinde Emmen die öffentlichen Aufgaben in der Altersbetreuung wahr. Mit 283 Betten in verschiedenen Wohnformen und über 300 Mitarbeitenden gewährleistet sie eine professionelle Beherbergung und Pflege im Alter. Seit dem 1.1.2010 werden die Betagtenzentren Emmen in der Rechtsform einer gemeindeeigenen, gemeinnützigen Aktiengesellschaft geführt. – Website: www.betagtenzentren-emmen.ch. – Dem Verwaltungsrat gehören folgende Personen an: Rolf Born (Präsident), Urs Dickerhof, Damian Henzi, Albert Urban Hug, Felix Weber. – Website: www.betagtenzentren-emmen.ch.



