Monosuisse-Areal in Emmenbrücke: 90'000 m2 Industriegelände neu auch für Wohnen, Bildung und Kultur
Monosuisse und die Gemeinde Emmen sind vom Projekt «Paestum» der EM2N Architekten aus Zürich überzeugt. Es zeigt, wie auf 90’0000 m2 Industriegelände ein Stadtteil entwickelt werden kann, wo neben der Monosuisse auch Gewerbe, Büros, Wohnungen, Bildung und Kultur Platz finden. Der Industrie-Charakter und grüne Parkflächen am Wasser werden dem Stadtteil eine ganz eigene, interessante Note verleihen.
Auf dem Industriegelände Emmenfeld der Monosuisse AG am Seetalplatz soll auf rund 90'000 m2 zeitgemässer Arbeits- und Wohnraum geschaffen werden. Dazu wurde von Juli bis Dezember 2011 ein städtebaulicher Studienauftrag durchgeführt. Nun steht das Siegerprojekt fest: EM2N Architekten aus Zürich konnten das Beurteilungsgremium – bestehend aus Vertretern der Grundeigentümer, der Gemeinde Emmen und unabhängigen Fachpersonen – mit ihrem Projekt «Paestum» überzeugen. Es habe grosse städtebauliche und freiräumliche Qualitäten, so die Jury. Mit der Studie wurden vier renommierte Architekturbüros beauftragt: Lengacher Emmenegger Partner AG, Luzern, Diener & Diener Architekten AG, Basel, yellowZ Urbanism Architecture, Zürich, und EM2N Mathias Müller Daniel Niggli, Zürich.
Ein Stadtteil mit Industriecharme und grünem Park am Wasser
Das Monosuisse-Areal hat industrielle Tradition. Die Industrie prägt das Bild zwischen Gerliswilstrasse, Seetalplatz und Kleiner Emme. Die Architekten Mathias Müller und Daniel Niggli von EM2N nehmen diese Idee auf und entwickeln sie weiter: «Das Monosuisse Areal wird zum neuen vernetzten Zentrum Emmens. Dieses neue Zentrum mit seinem öffentlichen Park liegt am Fluss. Es ist sehr urban und verfügt über vielfältige, flexible Bautypen.» Auch die Denkmalpflege ist vom Projekt überzeugt. Die Fabrikbauten entlang der Gerliswilstrasse werden in ihrer Form belassen. Bestehende Bauten werden sinnvoll mit Neubauten ergänzt und der herbe Industrie-Charme bleibt erhalten.
«Es ist gut vorstellbar, wie auf den Gassen und Plätzen reges Leben entstehen wird», so Werner Häller, Geschäftsleiter der Monosuisse AG. In den Höfen wird trotzdem ruhiges Leben möglich sein. «Städtebaulich wird das Gelände aufgewertet», erklärt Häller. Die Industrie habe eine lange Tradition in Emmen (siehe Box). «Das Siegerprojekt schafft es, den industriellen Charakter zu erhalten und mit attraktivem Grünraum zu ergänzen.»
Bedeutung für Emmen
Das freut auch die Gemeinde Emmen. 5'000 der 90'000 m2 des Areals gehört der Gemeinde. Gemeinderat Josef Schmidli ergänzt: «Das städtebauliche Highlight ist die imposante Uferpromenade mit Park an der Kleinen Emme.» Das schöne Spiel von neuen und bestehenden Bauten hinter einem Vorhang grosser Bäume verleihe diesem Quartier etwas Grossstädtisches und schaffe Identität, urteilte auch die Jury. Für Emmen werde der neue Stadtteil mit gemischter Nutzung ein echter Gewinn sein.
Weiteres Vorgehen
EM2N Architekten werden mit der Weiterbearbeitung beauftragt. Sie umfasst die Erarbeitung eines Masterplans «Monosuisse Areal» (in Ergänzung des Masterplans Luzern Nord) und eines verbindlichen Bebauungsplans. Über eine allfällige Teilrevision der Ortsplanung entscheidet das Volk bzw. der Einwohnerrat Emmen. Auf dem Gelände Emmenfeld wird frühestens in einigen Jahren gebaut. Eine Realisierung erfolgt in langfristigen Etappen.
Weitere Auskünfte erteilen Ihnen:
Werner Häller, Geschäftsleiter Monosuisse AG, 041 267 86 02
Josef Schmidli, Baudirektor Gemeinde Emmen 041 268 02 73
Bildmaterial:
Auf www.monosuisse.com unter der Rubrik Portrait sind Fotos des Areals vorhanden.
Das Monosuisse-Areal
Vom rund 84'400 m2 grossen Betriebsareal benötigt Monosuisse noch zirka 20'000 m2 für die eigene Produktion. Zusammen mit einem rund 5'000 m2 grossen Grundstück der Gemeinde Emmen wurde für eine Fläche von insgesamt rund 90'000 m2 eine städtebauliche Studie in Auftrag gegeben. Ziel ist es, den Industriecharakter zu erhalten, diesen mit Grünraum zu ergänzen und durch eine gemischte Nutzung des Geländes an der Kleinen Emme eine optimale Lösung für die Bedürfnisse der Monosuisse AG und der Gemeinde Emmen zu finden, aber auch Platz für Gewerbe, Büros, Wohnungen, Bildung und Kultur zu schaffen.
Monosuisse – ein Unternehmen mit industrieller Tradition
Seit mehr als hundert Jahren werden in Emmenbrücke technische Garne produziert. Bis in die achtziger Jahre war die damalige Viscosuisse einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region und beschäftige rund 3000 Personen. Nach der Stilllegung der letzten Viscose-Produktionsanlagen 1980, entwickelte sich das Unternehmen zu einem führenden Produzenten von Polyamid- und Polyestergarnen. Wegen zunehmendem Kostendruck wurde die Produktion dieser Garne in der Schweiz zuletzt aber immer schwieriger. Im Jahre 2008 ging die Firma Nexis Fibers, die das Geschäft kurzzeitig übernommen hatte, in Nachlassliquidation. In die Lücke sprang das Ostschweizer Industrieunternehmen Sefar, einer der wichtigsten Kunden für monofile Garne aus Emmenbrücke und Weltmarktführer in technischen Präzisionsgeweben. Sefar kaufte das Monofil-Geschäft und rettete damit mehr als 150 Arbeitsplätze und mehr als 20 Lehrstellen. Das solide Familienunternehmen aus Thal übernahm ab 2009 die Verantwortung für den Produktionsbetrieb und das gesamte Betriebsareal im Emmenfeld. Die neugegründete Monosuisse AG behauptet sich seither erfolgreich auf dem Weltmarkt. Ihr Produktionsprogramm umfasst präzise, qualitativ hochwertige Monofilamente, die aus einer Faser bestehen und meist dünner als ein Haar sind. Sie werden unter anderem für die Produktion von Siebdruck- und Filtrationsgeweben verwendet. Monosuisse ist ein ambitioniertes Unternehmen, das von Beginn an Gewinn schrieb und bereits in den ersten zwei Jahren mehr als fünfzig neue Arbeitsplätze in Emmenbrücke geschaffen hat. Insgesamt beschäftig Monosuisse in der Schweiz und Polen über 300 Mitarbeitende.





Parkkarten



