Willkommen auf der Website der Gemeinde Emmen



Sprungnavigation

Von hier aus k?nnen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen

News

  • PDF
  • Druck Version

Zukunft der Herdschwand

Am 4. März 2018 befindet die Emmer Stimmbevölkerung über die Teiländerung des Zonenplans sowie den Erlass des Bebauungsplans "Neuschwand". Pro und Contra.

Der Gemeinde Emmen fehlte das Geld, um das Betagtenzentrum auf der Herdschwand zu sanieren. Aus diesem Grund wurden die Emmer Heime in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft überführt. Seit 2015 ist das ehemalige Betagtenzentrum Herdschwand in einem Neubau im Emmenfeld, an der Kirchfeldstrasse 27 untergebracht. Zuvor stellte sich bereits die Frage, was mit den Räumlichkeiten auf der Herdschwand geschehen solle. Es wurde ein Entwickler- und Architekturwettbewerb durchgeführt. Aus diesem Grund soll dort das Wohnprojekt "Neuschwand" realisiert werden. Am 8. März 2015 hat die Emmer Stimmbevölkerung der Veräusserung des Grundstückes auf der Herdschwand an der Urne zugestimmt und dem Gemeinderat damit den Auftrag erteilt, einen Vorvertrag abzuschliessen. Der Gemeinderat wurde somit verpflichtet, eine Teilrevision des Zonenplans sowie einen Bebauungsplan zu erarbeiten. Diese beiden Planungsinstrumente liegen nun vor.

 

Mit dem Bebauungsplan «Neuschwand» wird sichergestellt, dass die Verdichtung qualitativ und siedlungsverträglich erfolgt. Dafür sorgen ein, auf den Ort abgestimmtes, ortsbauliches Konzept, hochwertige Aussenräume und ein zeitgemässes Mobilitätsangebot für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner. Planungsrechtlich wird das Areal von der Zone für öffentliche Zwecke (OeZ) und der 5-geschossigen Geschäftszone (Gs5) in die Zone «spezielle Wohnzone» (W-S) überführt. Neben der Wohnnutzung sind auch kleinere und mittlere, nicht störende Gewerbebetriebe möglich. Der Einwohnerrat stimmte der Umzonung sowie dem Bebauungsplan grossmehrheitlich zu. Gegen diesen Beschluss wurde das Referendum ergriffen.



Franz Räber Pro: Komitee Pro Herdschwand

Wo sehen Sie die Stärken des Bebauungsplans "Neuschwand"?
Auf dem Areal des ehemaligen Betagtenzentrums Herdschwand ist das Neubauprojekt das richtige Projekt am richtigen Ort. Es ist eine abgestufte Überbauung, die Rücksicht nimmt auf das angrenzende Einfamilienhaus-Quartier. Durch die Anordnung der Baukörper wird eine Übergangszone zwischen Wohnquartier und dem Gewerbe des Emmen Centers geschaffen. Das Verhältnis zwischen Freiflächen und überbautem Gebiet ist ausgewogen. Mit seiner verdichteten Bauweise trägt das Projekt zu einem sorgsamen Umgang mit dem Boden bei. Die unterschiedlichen Grössen der Wohneinheiten und der Einbezug des ehemaligen Personalhauses, garantieren eine optimale soziale Durchmischung der neuen Bewohner. Zudem ist in der Planung die Parkierung im Gegensatz zum früheren Betagtenzentrum unterirdisch.

Was beurteilen Sie kritisch?
Die schnelle Entwicklung und weitere neue Wohnungen sind in Emmen im Moment ein sehr kritisches Thema. Das Projekt Neuschwand hat aber mittlerweile eine so gute Qualität und ist so optimal am öffentlichen Verkehr angeschlossen, dass dieser kritische Punkt bei dieser Planung zu vernachlässigen ist.

Weshalb sollte die Emmer Stimmbevölkerung ja zur Umzonung und zum Bebauungsplan stimmen?
Die Emmer Stimmberechtigten haben im Jahr 2015 dem Verkauf der Herdschwand zugestimmt. Damit wurde gleichzeitig der Auftrag erteilt, einen Bebauungsplan zu erstellen. Es geht somit bei der Abstimmung vom 4. März 2018 nicht um den Verkauf oder eine Umnutzung, sondern um die planerische Umsetzung des Volkswillens. Zudem wurde das Projekt, nach der Zustimmung des Volkes, nochmals optimiert und stark verbessert.

Was passiert bei einem nein an der Urne?
Bei einem Nein an der Urne besteht die Gefahr, dass sich die Parzelle Herdschwand nicht entwickeln lässt, weil sich mögliche Investoren zurückziehen. Wenn die Liegenschaft leer steht, werden für die Gemeinde in Zukunft sehr hohe Kosten anfallen. Zusätzlich muss die Gemeinde Emmen der BZE AG den Betrag von CHF 6.0Mio durch die verfrühte Auflösung des Baurechtes auszahlen. Eine weitere finanzielle Belastung, welche nicht geplant war und erst durch den abgeschlossenen Baurechtsvertrag fällig wurde. Die Gemeinde Emmen ist nicht genügend Liquide, um diese zusätzliche Belastung zu schlucken.

Gibt es Alternativen?
Nein, es gibt keine Alternativen, welche der Gemeinde nicht hohe Kosten und weitere Defizite  bringen. Es wurden sämtliche möglichen Alternativen untersucht und geprüft.

Für die Gemeinde Emmen ist das Konzept auch ein wichtiges Finanzgeschäft. Nun hat sich aber der Erlös um rund CHF 2 Mio. reduziert. Was waren die Gründe?
Das Projekt wurde nach der Volksabstimmung in Jahre 2015 den Wünschen und Ängsten der  Nachbarn und der Bevölkerung angepasst. Das Projekt wurde mehrmals optimiert und weist     mittlerweile eine hervorragende Qualität auf. Sogar das bestehende Personalhaus wurde nun mit einbezogen und soll erhalten bleiben. Alle diese Anpassungen hatten eine Auswirkung auf das Schlussendliche Volumen. Durch diese Korrekturen wurde der Erlös um ca. 2Mio. nach unten korrigiert. Für ein so gutes Projekt, an der idealen Stelle, ist das aber verträglich.


Benedikt Schneider Kontra: Komitee „Herdschwand erhalten - zum Nutzen aller“

Was sind die Schwachpunkte des Bebauungsplanes „Neuschwand“?
Die Verkehrserschliessung über die Oberhofstrasse ist nicht endgültig geklärt. Es gab  viele Einsprachen und es ist mit langen Prozessen, eventuell gar mit einem Enteignungsverfahren zu rechnen. Es sind hauptsächlich Mietwohnungen geplant und es wird zu stark verdichtet. Der überdimensionierte Riegelbau verdeckt den dahinter liegenden Wohnungen Sicht und Sonne. Dieser wird im Gelände von unten betrachtet noch viel markanter sein, als im Modell.

Was beurteilen Sie positiv?
Dass der Anschluss ans Fernwärmenetz beibehalten wird. Der Druck der Opposition des Komitees „Herdschwand erhalten zum Nutzen aller“ führte dazu, dass hohe Umweltstandards im Parlament eine Mehrheit fanden.

Weshalb sollte die Emmer Stimmbevölkerung nein zur Umzonung und zum Bebauungsplan stimmen?
Weil sich die heutigen Gebäude gut ins Gelände einfügen und weil Grün- und Freiflächen für eine nachhaltige Lebensqualität sorgen. Die Gemeinde Emmen behält eine strategische Reserve und die Kosten und die Belastung der Infrastruktur, die das zusätzliche Wachstum verursacht, können vermieden werden. Langfristig hat die Bevölkerung einen höheren Allgemeinnutzen und die Gemeinde mehr Vermögen und Einnahmen.

Was passiert bei einem ja an der Urne?
Das Grundstück auf der Herdschwand dient nicht mehr einem öffentlichen Zweck.  Der Kaufvertrag wird unterzeichnet und die Kaufsumme ausbezahlt. Der laufenden Rechnung fehlen künftig Einnahmen und Beiträge aus dem kantonalen Finanzausgleich und die Auswirkungen des Wachstums müssen vorfinanziert werden. Der Verkauf kann weder das strukturelle Defizit der Gemeinde Emmen beseitigen, noch die Finanzen sanieren.  Kurzfristig verbessert sich die Liquidität, langfristig leistet der Verkauf einer Steuererhöhung Vorschub.

Bevor gebaut werden kann, muss zuerst die Erschliessung über die Oberhofstrasse durchgesetzt oder eine andere Verkehrserschliessung gefunden werden. Es ist mit langjährigen Prozessen zu rechnen. Bis eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt, können noch Jahre vergehen. Da der Leerwohnungsbestand steigt, ist gar denkbar, dass eine Baubrache entsteht.

Welche Alternativen sehen sie auf der Herdschwand und wie wäre dies finanzierbar?
Die  Investitionen für eine Zwischennutzung sind nicht höher, als die Kosten für den Abriss. Dies hat die Gemeinde Emmen selbst errechnet. Für bezahlbare Alterswohnungen, Schul-, Verwaltungs- und Sitzungsraum oder ein Kongresszentrum sind die Gebäude bestens geeignet. Betreutes Wohnen im Alter wird immer wichtiger. Heute sind schon leben etwa 200 Emmerinnen und Emmer in auswärtigen Alters- und Pflegheimen. Vermietet man auch die Parkplätze, kann mit jährlichen Gewinnen von CHF 300‘000 gerechnet werden.

Die CVP hat im Einwohnerrat grossmehrheitlich für die Umzonung und den Bebauungsplan gestimmt? Weshalb konnten Sie Ihre Fraktion nicht überzeugen?
Die CVP hat gewichtige Verbesserungen beim Bebauungsplan eingebracht und hat die Meinung des Baudirektors mitgetragen. Dies obwohl der Riegelbau trotz des Postulats der CVP nicht aufgeteilt wurde. Man war sich einig, dass es grundsätzlich sinnvoll ist, an zentraler Lage zu verdichten und dies dort zu tun, wo das Land bereits überbaut ist. Da die Meinungen gemacht waren, gelang es mir nicht die Fraktion davon zu überzeugen, dass Verdichtung auch Grün- und Freiflächen, sowie öffentlichen Raum für die künftige Entwicklung braucht. Zudem gelang es mir nicht, davon zu überzeugen, dass das Wachstum auch kostet und belastet. Beim Sammeln der Unterschriften zeigte sich jedoch, dass wir mit unseren Argumenten bei  vielen Bürgerinnen und Bürgern verschiedener Parteien offene Türen einrennen.
Situationsplan
Situationsplan

Datum der Neuigkeit 31. Jan. 2018