Gemeinde Emmen
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Wer im Riffigwald spazieren geht, trifft vielleicht auf ihn: Kräftig steht er da, aufmerksam im Gesicht und fast menschengross – der Bär. Zwischen den Bäumen wacht er über den beliebten Waldpfad und begrüsst neugierige Besucherinnen und Besucher. Er ist die sechste und zugleich neueste Figur auf der Wegstrecke zwischen der Neuenkirchstrasse und dem Schulstandort Erlen. Wer hier Erholung in der Natur sucht, begegnet neben dem Bären auch dem Wolf, dem Wichtel mit seinem Haus, dem Waldgeist und dem Troll. Letzterer hat den Skulpturenpfad im Sommer 2021 eröffnet.
Initiator, Schnitzer und Waldbesitzer
Geschaffen wurden die fünf jüngsten Figuren von Künstler Roger Amstutz, beheimatet und liebevoll gepflegt werden sie durch Waldbesitzer Urs Schmid. Das Herzensprojekt initiiert und die Männer zusammengebracht hat Daniel Böni Charlie Lötscher. «Die Figuren sollen Kinder und Erwachsene dazu einladen, den Wald neu zu entdecken, sich zu bewegen und die Natur zu erleben», beschreibt er die Absicht der Interessengruppe IG Waldfiguren Emmenbrücke.
Und der Plan scheint aufzugehen: «Ich habe schon sehr viel positives und schönes Feedback erhalten von den bis zu hundert Personen, die am Wochenende hier vorbeispazieren», freut sich Urs Schmid. «Die Kinderaugen strahlen jeweils, und auch als Ausflugsziel für Spielgruppen wurde mein Wald in den vergangenen Jahren beliebt.» Leider komme es auch immer wieder zu Vandalismus, erzählen die drei Emmer.
«Dass Defekte oder Beschädigungen jeweils unmittelbar aus der Bevölkerung an uns gemeldet werden, zeigt aber auch die Verbundenheit und Wertschätzung der meisten Besucherinnen und Besucher.» Um Schäden zu beheben und den Pfad künftig mit weiteren Wesen zu ergänzen, sucht die IG Waldfiguren Emmenbrücke laufend Gönnerinnen, Gönner und Sponsoren. Dabei ist von kleinen Beiträgen bis hin zur Patenschaft einer ganzen Figur alles möglich. Interessierte melden sich per E-Mail unter waldfigur@bluewin.ch.
«Mit den Holzfiguren möchten wir wieder vermehrt Familien in den Wald locken, den Kindern ermöglichen die Natur zu entdecken und den Menschen kleine Freuden bereiten.»
Vom Baumstrunk zum Fabelwesen
Roger Amstutz lebt seine Kunst als Hobby aus. Zwischen 30 und mehreren hundert Stunden seiner Freizeit widmet der Familienvater jeder neuen Figur. «In der Regel lagere ich das Holz bei mir zu Hause, bis es genügend trocken für die Weiterverarbeitung ist», erzählt er. «Ist die Idee für eine Figur erst einmal gereift, lege ich mit der Motorsäge los und dann kann mich die Arbeit richtig in den Bann ziehen.» Nach wenigen Wochen, begleitet von Fotodokumentationen an seine Kollegen, sind die Figuren jeweils fertig geschnitzt, abgeflammt, lasiert und bereit für ihren Platz im Wald.
«Die Figuren sind bestmöglich naturbelassen und deshalb nicht unsterblich», weiss Urs Schmid. «Je nach Witterung werden sie nach zehn bis zwanzig Jahren vermodern und abgebaut werden.» Umso spannender bleibt die Frage, welche neuen Wesen künftig im Emmer Wald Einzug halten und der Bevölkerung Gelegenheit zum Träumen und Abschalten bieten.