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Gewappnet im Ernstfall: Wie sich Emmen auf Krisen vorbereitet

19. Januar 2026
Was tun, wenn plötzlich nichts mehr «normal» läuft? Der Gemeindeführungsstab Emmen hat sich am 15. Januar 2026 gemeinsam mit Partnerorganisationen zum Jahresrapport getroffen. Im Fokus standen Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr, zentrale Erkenntnisse für den Bevölkerungsschutz und der Blick auf mögliche zukünftige Herausforderungen.

Krisen kündigen sich selten an. Genau deshalb gibt es den Gemeindeführungsstab (GFS) Emmen: Er ist das zentrale Führungsorgan der Gemeinde Emmen bei ausserordentlichen Lagen, von Naturereignissen über technische Störungen bis hin zu grossräumigen Ausfällen kritischer Infrastrukturen.

Der Jahresrapport bot den Beteiligten die Gelegenheit, innezuhalten, Bilanz zu ziehen und gemeinsam weiterzudenken. «Bevölkerungsschutz bedeutet, sich systematisch auf das Undenkbare vorzubereiten. Entscheidend sind klare Strukturen, verlässliche Grundlagen und eine funktionierende Zusammenarbeit – lange bevor ein Ereignis eintritt», betont Michael Kümin, Fachverantwortlicher Bevölkerungsschutz der Gemeinde Emmen und Gastgeber des Anlasses.

Neue Strukturen konsequent leben
Im Rückblick wurde deutlich, dass 2025 stark im Zeichen der Weiterentwicklung stand. Mit der vom Gemeinderat genehmigten Neuorganisation des GFS wurden organisatorische Grundlagen geschärft und in aktualisierten Einsatz- und Führungshandbüchern festgehalten. Nun geht es darum, diese Strukturen im Alltag und in Übungen konsequent zu leben – wie beim jüngsten Übungsszenario, bei dem der GFS gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen eine grossräumige Überschwemmung bewältigte.

Ein zentraler inhaltlicher Schwerpunkt des Jahresrapports war die kommunale Gefährdungs-, Risiko- und Fähigkeitsanalyse. Sie wurde nach kantonalen und eidgenössischen Vorgaben erarbeitet und zeigt auf, wo die Gemeinde gut aufgestellt ist und wo Handlungsbedarf besteht. Im Fokus stehen unter anderem die Sicherstellung der Versorgung und Betriebsfähigkeit, der Schutz kritischer Infrastrukturen, die Stärkung der Zusammenarbeit sowie die Resilienz der Bevölkerung. Die Analyse markiert dabei keinen Endpunkt, sondern den Start eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

Notfallorganisation Flugplatz Emmen
Abgerundet wurde der Anlass durch ein Referat von Markus Thöni, Kommandant des Militärflugplatzes Emmen. Er gewährte den Teilnehmenden einen Einblick in die Notfallorganisation des Flugplatzes und zeigte auf, wie dort bei Ereignissen vorgegangen wird: von der Alarmierung über die Führungsorganisation bis hin zur Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit.

Anhand konkreter Abläufe und Beispiele verdeutlichte Thöni das hohe Schadenspotenzial von Ereignissen auf dem Flugplatz sowie die klare Trennung zwischen Notfall- und Krisenorganisation. Besonders betont wurde dabei die Bedeutung klar definierter Schnittstellen zu Gemeinde, Kanton und Blaulichtorganisationen, um Zuständigkeiten zu klären und die Zusammenarbeit im Ereignisfall wirkungsvoll sicherzustellen.

Insgesamt zeigt sich: Bevölkerungsschutz ist Teamarbeit. «Der GFS Emmen setzt deshalb auch künftig auf Vorbereitung, Vernetzung und den regelmässigen Austausch mit seinen Partnern», sagt Michael Kümin. «Damit die Gemeinde Emmen im Ernstfall handlungsfähig bleibt.»

Impressionen vom GFS Jahresrapport 2026 gibt's in der Galerie.

Der Gemeindeführungsstab (GFS) Emmen ist das zentrale Führungsorgan der Gemeinde bei ausserordentlichen Lagen und Krisen. Er kommt zum Einsatz, wenn Ereignisse wie Naturgefahren, technische Störungen oder grossräumige Ausfälle die ordentlichen Abläufe übersteigen.

Der GFS koordiniert in solchen Situationen die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Blaulichtorganisationen, kantonalen Stellen und weiteren Partnern. Ziel ist es, rasch ein gemeinsames Lagebild zu schaffen, Massnahmen zu priorisieren und die Information der Bevölkerung sicherzustellen.

Der Gemeindeführungsstab arbeitet vorsorgend, übt regelmässig den Ernstfall und entwickelt seine Strukturen und Abläufe laufend weiter – damit die Gemeinde Emmen im Ereignisfall handlungsfähig bleibt.

 

GFS Jahresrapport
Michael Kümin führt die Gäste durch Rück- und Ausblick des Gemeindeführungsstabs Emmen. (Bild: pbu)