22. Mai 2020
Der 22. Mai ist der Internationale Tag der Biodiversität. Richtige Feierlaune kommt allerdings nicht auf, denn um unsere Tier- und Pflanzenwelt ist es eher schlecht bestellt. Immerhin: Sie können was tun.

Seit dem Jahr 2000 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der Biodiversität gefeiert. Das Datum erinnert an den 22. Mai 1992, an dem in Nairobi Einigkeit über den Text des UN-Übereinkommens über biologische Vielfalt erzielt wurde. Die Hauptanliegen dieser "Biodiversitäts-Konvention" sind der Schutz der biologischen Vielfalt der Ökosysteme, der Arten bzw. Populationen und deren genetische Differenzierung sowie ihrer Ressourcen. Das Übereinkommen verbindet Schutz und nachhaltige Entwicklung.

Biodiversität ist ein sehr wertvolles Gut. Der Begriff ist zwar in aller Munde, doch die Bedeutung der Biodiversität für unser Wohlergehen wird nach wie vor unterschätzt. Die Ökosystemleistungen, von denen wir täglich profitieren, sind keine Selbstverständlichkeit. Denn durch die hohe Bevölkerungsdichte und die intensive Land- und Ressourcennutzung ist die Erhaltung und Förderung der Biodiversität wichtiger den je.

Biodiversität in schlechtem Zustand
In den vergangenen Jahrzehnten erlitt die Biodiversität weltweit in allen Ökosystemen starke Verluste, ihr Zustand gilt heute als bedroht. Das Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz verpflichtet deshalb die Kantone zum Schutz der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt. Der Kanton Luzern setzt verschiedene Artenhilfsprogramme um. Um jedoch Schutz- und Fördermassnahmen zu ergreifen, müssen die Bestände der verschiedenen Arten bekannt sein. Und hier kommen Sie ins Spiel.

In den letzten Jahren erfolgten Bestandsanalysen für die Artengruppen Amphibien, Reptilien und Libellen. Für Peter Ulmann, Abteilungsleiter Natur, Jagd und Fischerei bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald, ist klar: «Wir können nur schützen, was wir kennen. Dabei sind für uns Fundbeobachtungen zentral, die von freiwilligen Naturinteressierten gemeldet werden. Ohne ihre Mithilfe könnte der Kanton die Grundlagenarbeiten nicht bewältigen.»

Einsatz für verschollene und seltene Pflanzen
Auch für verschiedene Pflanzenarten liegen nur sehr alte Nachweise vor oder der Zustand der Populationen ist schlecht dokumentiert. Um den Informationsstand zu verbessern, werden botanisch interessierte Personen gesucht, die alte Fundstellen oder schlecht bekannte Standorte seltener Pflanzen überprüfen. Info Flora Zentralschweiz unterstützt die Behörden in der Artförderung fachlich und koordiniert die botanischen Artenhilfsprogramme in der Zentralschweiz. Interessierte können sich bei Info Flora Zentralschweiz melden:

Info Flora Zentralschweiz
Elisabeth Danner
Natur-Museum Luzern
elisabeth.danner@infoflora.ch

Biodiversität
Der Zustand der Pflanzenpopulationen ist schlecht dokumentiert. Helfen Sie dabei, den Informationsstand zu verbessern. (Bild: zvg)

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Naturräume und Nachhaltigkeit