Gemeinde Emmen
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Die allererste Einzelausstellung des damals 40-jährigen Zeichenlehrers und Künstlers Godi Hirschi, wohnhaft für eine Zeitlang im Riffig-Hochhaus, fand 1973 in der eben eröffneten Gemeindegalerie Galerie statt. Für alle Leser und Leserinnen der Generation U-60 oder Zugezogene sei hier eine lokalgeschichtliche Voraus-Information vermerkt: Die Galerie Gersag befand sich in den Siebzigerjahren wie geplant im neunten Stock des Emmer Verwaltungsgebäudes. Weil die für das achte Stockwerk vorgesehene Bibliothek an einer Urnen-Abstimmung abgelehnt worden war, durfte die Galerie einige Jahre auch das zweitoberste Stockwerk für Kunstausstellungen nutzen. Und so war es auch im März 1973: Unten stellten zehn hierzulande wenig bekannte Berner Künstler ihre Arbeiten vor, oben war der „Lokalmatador“ Godi Hirschi (1932-2017) mit 75 Arbeiten präsent.
Hirschi, in Root auf einem Bauernhof aufgewachsen, hatte Theologie und Philosophie studiert, die Kunstgewerbeschule Luzern und Kunstakademien in Paris absolviert. Ab 1961 unterrichtete er während 35 Jahren, als Pionier der Zeichenlehrerausbildung, die Studierenden an der Rössligasse in Luzern. Dabei vermittelte er, mit seinem spirituellen Hintergrund, wesentliche Impulse für das damalige Kunstklima der sogenannten Innerschweizer „Innerlichkeit“.
Als Künstler arbeitete Hirschi aus der Inspiration und Intuition heraus. Er gestaltete aus einem Fundus von Erinnerungen aus der Jugendzeit und Gegenwart, von Reisen und Gesprächen und hochgeistigen Fragen. Geschaute und erlebte Gegenständlichkeit verschlüsselte er in feinfarbige abstrakte, kontemplativ wirkende Kompositionen um. So wie hier im abgebildeten Aquarell von 1968 aus der Kunstsammlung Emmen.