5. Mai 2021
Aufstockung? Sanierung? An-, Neu- oder Rückbau? Spätestens mit Fertigstellung der Masterplanung Schulinfrastruktur ist klar, dass auf der Schulanlage Hübeli dringender Sanierungs- und Erweiterungsbedarf besteht. Nun ist auch klar, in welche Richtung sich das Areal entwickeln soll, sodass nicht bloss der benötigte Raum geschaffen, sondern auch Altlasten abgeworfen werden.

Emmen benötigt mehr Schulraum. Der technische Schulraumplanungsbericht 2019 prognostiziert bis in zehn Jahren eine Zunahme von rund 1000 Schülerinnen und Schülern, grossmehrheitlich auf den Stufen Primarschule und Kindergarten. Zudem herrscht an den bestehenden Schulbauten teilweise erheblicher Sanierungs- und Investitionsbedarf. Um die entsprechenden Defizite beheben und die notwendige Schulinfrastruktur zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung stellen zu können, hat der Gemeinderat die Masterplanung Schulinfrastruktur (Schulbelegungskonzept 2020 – 2030) erstellen lassen, welche Ende Juni 2020 vom Einwohnerrat zur Kenntnis genommen wurde.

Initialprojekt Erweiterung Schulanlage Hübeli
Die Masterplanung Schulinfrastruktur definiert und gewichtet strategisch den Handlungsbedarf je nach Schulanlage. Zuoberst auf der Prioritätenliste zu finden ist dabei das Hübeli, wo vor allem die bestehende Einfachsporthalle, der Kindergarten sowie das Tagesstrukturgebäude altersbedingt sehr schlechte Zustände aufweisen. Zum ohnehin ausgewiesenen Sanierungsbedarf hinzu kommt die 2019 angegangene Thematik der Schadstoffbelastung (Naphthalin) in den genannten Trakten. Auf der Schulanlage Hübeli droht zudem infolge der stetig angestiegenen Klassenzahlen und trotz der kürzlich erfolgten Aufstockung des bestehenden Kindergarten-Pavillons akuter Platzmangel – im Besonderen mit Blick auf die aktuell dürftige Sporthallenkapazität. Kurzum: Im Hübeli ist rasches Handeln angezeigt.

Als erstes «konkretes» Umsetzungsprojekt der gesamtheitlichen Masterplanung Schulinfrastruktur wurde deshalb eine Machbarkeitsstudie mit breitem Variantenfächer für die Schulanlage Hübeli ausgearbeitet. Die evaluierte und vom Gemeinderat zur Weiterverfolgung beschlossene Bestvariante sieht nun einen Neubau inklusive Doppelsporthalle auf dem heutigen Pausenplatzareal vor. Die bestehende Einfachsporthalle, das Kindergarten- und das Tagesstrukturgebäude würden stattdessen rückgebaut, womit ein grosser Freiraum sowie allenfalls zukünftig benötigtes Erweiterungspotential für das Areal geschaffen würden. Ein Allwetterplatz kann im Bereich der heutigen Sporthalle neu angeboten werden. Mit dem Rückbau der erwähnten Trakte wären die heute nicht abschliessend zu beziffernden Kosten für die Schadstoffsanierung überdies nicht notwendig.

Für kommende Generationen
Es handle sich hierbei um eine «nachhaltige Lösung», betont Bruno Odermatt, Leiter Bereich Immobilien und operativer Gesamtleiter des Projekts. Nachhaltig insofern, als die Schulraum- und Sporthallensituation im Hübeli für die nächsten Generationen optimiert, Landreserven geschaffen und ein flexibler und ressourcenschonender Betrieb gewährleistet würden. «Die Realisierung einer neuen Doppelsporthalle nach Magglinger-Norm bringt hinsichtlich Nutzungsvielfalt und -qualität einen enormen Mehrwert für die Schule und auch für die Emmer Vereine», konstatiert Odermatt und führt aus: «Betriebliche Abläufe lassen sich dank weniger Gebäuden und direkten Verbindungen optimieren und Unterhaltskosten werden erheblich gesenkt. Ebenfalls können die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes in den freiwerdenden Aussenräumen einfacher erfüllt werden. Und schliesslich wird der Schulbetrieb während der Bauzeit kaum eingeschränkt, wenn der Neubau vor dem Rückbau erfolgt. Auch die Erstellung von Provisorien ist somit nicht notwendig.»

Ausschreibung Gesamtleistungssubmission
Nachdem der Variantenentscheid gestützt auf die Evaluation in der Machbarkeitsstudie gefallen ist, wird nun das Wettbewerbsverfahren für den Neubau als Gesamtleistungssubmission angestossen. Dieses läuft zweistufig ab. In einem ersten Schritt (Präqualifikation) werden geeignete Anbieter für die Gesamtleistung des Projekts (Planung und Bau) gesucht. Die zugehörigen Unterlagen sind per 1. Mai 2021 öffentlich ausgeschrieben. Anschliessend erarbeiten die selektierten Gesamtleistungsanbieter ein den Vorgaben entsprechendes verbindliches Angebot mit Kostendach für das Bauprojekt auf der Schulanlage Hübeli.

Die Gesamtleistungssubmission wird voraussichtlich im März 2022 abgeschlossen sein. Gemäss Fahrplan wird die Emmer Stimmbevölkerung im Frühjahr 2023 an der Urne über den Baukredit für die Erweiterung der Schulanlage Hübeli befinden können, ehe mit der Planung des Ausführungsprojekts begonnen sowie die Baubewilligungs- und Ausschreibungsverfahren gestartet werden. Voraussichtlich Mitte 2024 soll schliesslich mit den Bauarbeiten begonnen werden, damit der Neubau im Sommer 2026 für den Schulbetrieb zur Verfügung stehen wird.

Schulanlage Hübeli
Auf der Schulanlage Hübeli besteht dringender Sanierungs- und Erweiterungsbedarf. (Bild Leon Zulian)

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