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Nachhaltigkeit als gemeinsame Disziplin in Emmen

4. April 2026
Die Gemeinde Emmen will ihre vielfältigen Aktivitäten in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft künftig noch stärker bündeln und gezielt weiterentwickeln. Nachhaltigkeit wurde dabei neu als strategische Disziplin verankert, die wesentliche Schwerpunkte zur Erreichung der Legislaturziele setzt. Vor diesem Hintergrund wurde die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit (AGNA) ins Leben gerufen. Sie dient als Plattform für Austausch, Koordination und die Begleitung zukünftiger Massnahmen.

«Armut und Umweltschutz stehen in Kombination.» Bereits 1987 machte der Brundtland-Bericht deutlich, dass soziale Gerechtigkeit untrennbar mit Umweltfragen verbunden ist. Eine lebenswerte Zukunft entsteht nur, wenn soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte gemeinsam gedacht werden. Anders gesagt: Es geht uns allen besser, wenn wir nachhaltig handeln.

Die Gemeinde Emmen packt diese Herausforderung an. Das Legislaturprogramm 2026-2029Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. formuliert den Anspruch klar: «Die Zukunft fällt nicht vom Himmel. Sie wird gemacht – von uns allen.» Nachhaltigkeit ist damit kein Zusatz, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Emmen ein Ort bleibt, an dem Menschen gerne leben, arbeiten und sich entfalten können.

Von der Strategie zur Umsetzung
Mit dem Entscheid des Gemeinderats vom 24. April 2024 wurde Nachhaltigkeit als Querschnittsthema im strategischen Handlungsrahmen verankert. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass bereits viele Aktivitäten bestehen, diese jedoch oft unkoordiniert und dezentral erfolgen. «Es wurde vieles gemacht, aber nicht immer gemeinsam gedacht», so Gerhard Kirchhofer, Leiter Werkdienst. Entsprechend fehlte bislang ein konkretes gemeinsames Verständnis und der Überblick, um Potenziale zu bündeln.

Zunächst erarbeitete eine temporäre Gruppe aus Mitarbeitenden unterschiedlicher Bereiche ein Grobkonzept für ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagement. Dieses definiert Stossrichtungen und beschreibt Nachhaltigkeit als verbindende Klammer über alle Direktionen hinweg. Darauf aufbauend wurde im Juni 2024 die ständige Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit (AGNA) geschaffen, die interdisziplinär organisiert ist und die verwaltungsweiten Bestrebungen auf übergeordneter Ebene begleitet. «Nachhaltigkeit funktioniert nur, wenn wir Perspektiven zusammenbringen und Synergien nutzen», sagt Andreas Roos, Gemeinderat und Direktor Bau- und Umwelt. «In Emmen wird sie nun zu einer strategischen Disziplin, die entscheidende Schwerpunkte zur Erreichung der Legislaturziele setzt.»

Gemeinsames Verständnis und nächste Schritte
Inhaltlich wurde ein gemeinsames Verständnis festgelegt: Nachhaltigkeit bedeutet für die Gemeinde Emmen die langfristige Sicherung der Lebensqualität durch den Ausgleich zwischen Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Das Nachhaltigkeitsmanagement umfasst alle Aktivitäten zur Planung, Steuerung und Weiterentwicklung dieser Zielsetzung.

Die AGNA wurde ins Leben gerufen, um eine koordinierende und verbindende Rolle zu übernehmen: Sie führt Aktivitäten zusammen, stimmt diese bereichsübergreifend ab, entwickelt sie strategisch weiter und berät den Gemeinderat in Nachhaltigkeitsfragen. Gleichzeitig stellt sie sicher, dass neben dem Wissen der Verwaltung auch vorhandene Expertise etwa der Betagtenzentren Emmen AG in die Arbeit einfliesst. Die neun Mitglieder der AGNA treffen sich drei- bis viermal jährlich und organisieren sich zusätzlich projektbezogen in kleineren Untergruppen. Sie vereinen bisherige und neue Nachhaltigkeitsaktivitäten unter einem gemeinsamen strategischen Dach und brechen Denk- und Umsetzungs-Silos durch die Vielfalt der Bereiche auf.

Die Legislaturziele 2026 - 2029Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. wurden mit den 17 Zielen der Agenda 2030 (SDGs)Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. verknüpft. Dadurch wird ersichtlich, welchen konkreten Beitrag die Gemeinde Emmen zu deren Erreichung leistet. Um die Nachhaltigkeitsbestrebungen systematisch zu erfassen und auszuwerten, nutzen die Mitarbeitenden ein digitales Monitoring im Unternehmensportal. Zudem nimmt Emmen seit 2025 am nationalen Indikatorensystem «Cercle Indicateur» teil, um den Ist-Zustand messbar und vergleichbar zu machen – sowohl im zeitlichen Verlauf als auch im Vergleich mit anderen Städten.

Auch mit dem Anspruch, die Labels Energiestadt und Grünstadt zu rezertifizieren, setzt sich Emmen klare Leitplanken. Diese stellen sicher, dass Massnahmen aus verschiedenen Bereichen auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet sind und nachhaltig Wirkung entfalten. Die Abbildung im Unternehmensportal ermöglicht es, sowohl Fortschritte als auch Anforderungen aus verschiedenen Programmen und Standards integriert zu steuern und sichtbar zu machen.

Eine Gruppe Menschen in einem Sitzungszimmer
Ein Teil der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit (AGNA) im März 2026: Hier im Sitzungszimmer entstehen Impulse, die in die jeweiligen Wirkungsfelder hinausgetragen werden. (Bild: pbu)