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Gemeinderat lehnt Hundefreilaufzonen in Emmen ab

16. April 2026
Hunde brauchen Auslauf – auch ohne Leine. Die SP möchte deshalb, dass in Emmen Hundewiesen geschaffen werden, auf denen sich Bello und Co. sicher und frei bewegen können. Das Problem: Geeignete Flächen sind Mangelware. Und auch die Kosten stehen in keinem Verhältnis.

In Emmen sind aktuell rund 1300 Hunde registriert. Das Bedürfnis nach geeigneten Freilaufflächen wird vom Gemeinderat zwar durchaus anerkannt. Eine Umfrage im Rahmen des FreiraumkonzeptsExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. zeigt jedoch ein gespaltenes Bild: Rund ein Drittel der Bevölkerung befürwortet solche Zonen, ein ähnlich grosser Anteil lehnt sie ab, während sich der Rest nicht klar positioniert. Ein «umfassender und breit gestützter Bedarfsnachweis» lasse sich daraus nicht ableiten, bilanziert die Exekutive in ihrer Antwort auf den Vorstoss der SP.

Der zentrale Knackpunkt bei der Schaffung einer Hundefreilaufzone ist indes die Standortfrage. Damit solche Hundewiesen sinnvoll funktionieren, braucht es genügend grosse, geeignete Flächen – und zwar in den richtigen Nutzungszonen. Und hier liegt die Herausforderung. Viele potenziell geeignete Flächen sind nämlich bereits belegt oder für andere öffentliche Aufgaben reserviert.

Gerade im Zentrum zeige sich der Nutzungskonflikt besonders deutlich, etwa im Gebiet Gersag oder Mooshüsli, wo Flächen für Schule, Sport und Verwaltung stark beansprucht sind. «Damit eine Hundefreilaufzone errichtet werden kann, müsste eine bisherige Nutzung aufgegeben werden», gibt der Gemeinderat zu bedenken.

Hoher Aufwand, begrenzter Nutzen
Auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis gerät in Emmen in Schieflage. Erfahrungen aus der Stadt Luzern zeigen, dass Bau, Einrichtung und Unterhalt einer Freilaufzone mit erheblichem Aufwand verbunden sind. Dem gegenüber steht ein Angebot mit begrenzter Reichweite. «Hundefreilaufzonen sprechen nur eine stark eingegrenzte Nutzungsgruppe an», so der Gemeinderat. Gleichzeitig verfolgt die Gemeinde das Ziel, Freiräume möglichst «vielfältig nutzbar zu machen».

Freilaufzonen könnten ferner neue Herausforderungen mit sich bringen. Je nach Standort drohen zusätzlicher Verkehr oder sogenannter «Hunde-Tourismus». Gerade periphere Lagen wären zwar einfacher zu realisieren, aber schlechter erreichbar – und könnten so unerwünschte Nebeneffekte auslösen.

Der Gemeinderat lehnt das Postulat deshalb ab. Der Ball liegt nun beim Einwohnerrat. Am 12. Mai 2026 wird dieser darüber befinden, ob Hundefreilaufzonen in Emmen geschaffen werden sollen oder nicht. Die Parlamentssitzung ist wie immer öffentlich. Die vollständige Traktandenliste gibt’s hier.

Hund spielt auf Wiese.
In der Gemeinde Emmen fehlen geeignete Flächen für Hundefreilaufzonen. (Bild: zvg)