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Keine Hundewiesen in Emmen: Einwohnerrat lehnt SP-Vorstoss ab

12. Mai 2026
Kein zusätzlicher Freilauf für Bello und Co.: Der Einwohnerrat folgt dem Gemeinderat und spricht sich mit klarer Mehrheit gegen die Schaffung von Hundewiesen in Emmen aus.

Zwar wird in der Ratsdebatte vom 12. Mai 2026 mehrfach betont, dass Hundehaltung per se viele positive Aspekte mit sich bringe. Die Schaffung von Hundefreilaufzonen stosse in Emmen dann aber doch auf zu hohe Hürden: Es mangele an geeigneten Flächen, es fehlten die Finanzen, es sei kein prioritäres Anliegen, so die Argumente von links bis rechts, die sich mit jenen des Gemeinderats decken.

«In Emmen gibt es viele Freiräume», meint etwa Mitte-Einwohnerrätin Andrea Mathys. Geeignete Flächen für zusätzliche Hundewiesen seien jedoch schwierig zu finden – bei gleichzeitig hohen Kosten für eine «stark eingeschränkte Nutzergruppe.»

Auch die FDP spricht sich klar gegen das Anliegen aus. Marcel Beer bezeichnet den Vorstoss als «typisches SP-nice-to-have-Postulat» und verweist ebenfalls auf die knappen Land- und Finanzreserven der Gemeinde. Für GLP/Grüne seien andere Themen höher zu priorisieren. Gänzlich vom Tisch wischt die Fraktion die Idee indes nicht: «Falls sich in Zukunft eine praktikable Gelegenheit ergibt, sollte diese unbedingt weiterverfolgt werden», bemerkt Christian Kravogel.

«Wieso sollte das in Emmen nicht auch möglich sein?»
Kritischer tönt es von Seiten der FeE: «Was auf Anhieb gut tönen mag, weckt bei genauerem Hinschauen Zweifel», meint Regula Stalder. Viele Hundehaltende würden die Idee zwar grundsätzlich begrüssen, ein solches Angebot aber selbst kaum nutzen – insbesondere mit kleineren Hunden. Die Befürchtung: Solche Zonen würden vor allem von Hunden genutzt, die nicht ausreichend unter Kontrolle seien.

Anders beurteilt die SP die Situation. Cedric Herbst verweist in seinem Votum auf die Erfahrungen in der Stadt Luzern und widerspricht den Bedenken des Gemeinderates. «Wieso sollte das in Emmen nicht auch möglich sein?», fragt er rhetorisch. Von einer Freilaufzone würden nicht nur Hundehaltende profitieren, sondern auch Menschen, die im öffentlichen Raum weniger auf freilaufende Hunde treffen möchten, ergänzt Herbst.

Patrick Rech (SVP), der langjährige Erfahrung aus dem Hundeschulbereich mitbringt, zeigt zwar Verständnis für das Anliegen. Eine solche Infrastruktur funktioniere heute jedoch nur mit professioneller Betreuung. Auch die SVP stellt sich deshalb hinter den Antrag des Gemeinderates, wodurch das Postulat am Ende mit 27 zu 7 Stimmen abgelehnt wird.

Hund auf Wiese am Spielen.
Der Einwohnerrat spricht sich klar gegen die Schaffung von Hundefreilaufzonen in Emmen aus. (Bild: zvg)