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KKG: Betrieb gesichert, Zukunft bleibt offen

16. September 2026
Der Einwohnerrat bewilligt den Nachtragskredit von 304'000 Franken für das Kultur- und Kongresszentrum Gersag (KKG). Damit ist der Betrieb durch die Gemeinde bis Ende 2026 finanziell gesichert. Gleichzeitig macht die breite Ratsdebatte deutlich: Für die Zeit danach braucht das KKG eine neue, langfristig tragfähige Perspektive.

Kaum ein Thema beschäftigt den Einwohnerrat an seiner Sitzung vom 15. September 2026 so intensiv wie die Zukunft des Kultur- und Kongresszentrums Gersag. Neben dem Nachtragskredit stehen mehrere politische Vorstösse zur künftigen Trägerschaft, zur Wirtschaftlichkeit, zum Einbezug des Parlaments sowie zu Infrastruktur und Sicherheit zur Diskussion.

Seit Anfang 2026 führt die Gemeinde das KKG im Übergangsbetrieb. Im ersten Halbjahr resultierte ein Verlust von rund 269'000 Franken und damit ein leicht besseres Ergebnis als budgetiert. Gleichzeitig lagen die Betriebserträge mit rund 448'000 Franken deutlich unter den Erwartungen – vor allem aufgrund tieferer Einnahmen in der Gastronomie.

Mit den zusätzlich bewilligten 304'000 Franken steigt der Nettoaufwand für den eigentlichen Betrieb im Jahr 2026 auf 584'000 Franken. Der Gemeinderat will mit verschiedenen Massnahmen gegensteuern, unter anderem mit einer Verstärkung im Eventmanagement und zusätzlichen Marketingaktivitäten. Gemeinderat Christian Blunschi macht im Rat gleichzeitig deutlich: «Das Defizit ist deutlich zu hoch. So kann es nicht weitergehen.» Auch 2027 sei noch mit einem defizitären Betrieb zu rechnen.

Wichtiger Ort – aber in welcher Form?
Über die Fraktionsgrenzen hinweg wird die Bedeutung des KKG für Emmen hervorgehoben. Rouven Galatti (FDP) bezeichnet den aktuellen Weiterbetrieb als «richtig und wichtig». Der Standort habe Potenzial, das erhalten und weiterentwickelt werden solle. Seine Fraktion möchte deshalb insbesondere alternative Trägerschaftsmodelle vertieft prüfen und Vereine, Kulturschaffende sowie die Bevölkerung stärker einbinden.

Simon Oehen (SP) rückt die Frage in den Mittelpunkt, wem das KKG künftig dienen soll: in erster Linie den Emmerinnen und Emmern. Entscheidend sei deshalb nicht allein, ob mit dem Haus ein Gewinn erzielt werden könne, sondern welcher gesellschaftliche Nutzen mit vertretbarem finanziellem Aufwand geschaffen werde.

Auch René Marti (SVP) anerkennt, dass die laufenden Arbeiten des Gemeinderates in die richtige Richtung gingen. Seine Fraktion fordert gleichzeitig einen stärkeren und frühzeitigeren Einbezug des Einwohnerrates in den weiteren Prozess.

Ergebnisoffen in die Zukunft
Der Gemeinderat will sich bei der laufenden Auslegeordnung bewusst nicht vorschnell auf ein Modell festlegen. «Wir müssen die verschiedenen Varianten ergebnisoffen miteinander vergleichen», betont Finanzdirektor Christian Blunschi. Geprüft werden unter anderem ein Weiterbetrieb durch die Gemeinde, gemeindenahe oder private Trägerschaften, Teilnutzungen sowie alternative Nutzungen des Gebäudes und des Areals.

Dabei sollen nicht nur politische Vertreterinnen und Vertreter einbezogen werden. Für den 17. November 2026 ist ein Echo-Raum mit dem Einwohnerrat und weiteren Anspruchsgruppen vorgesehen. Dort sollen die verschiedenen Varianten diskutiert und Rückmeldungen in die weitere Bewertung aufgenommen werden.

Der Zeitplan bleibt ambitioniert: Bis Ende 2026 will der Gemeinderat einen Grundsatzentscheid über die Zukunft des KKG ab 2028 fällen. Für 2027 hält er am Weiterbetrieb des Hauses fest. Die dafür notwendigen Mittel werden dem Einwohnerrat mit dem Aufgaben- und Finanzplan 2027-2030 vorgelegt.

Bis Ende 2026 wird der Grundsatzentscheid gefällt, wie es mit dem Kultur- und Kongresszentrum Gersag weitergeht. (Bild: msc)