Gemeinde Emmen
Rüeggisingerstrasse 22
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«Im sogenannten Echoraum bringen wir unterschiedliche Perspektiven und Bedürfnisse zusammen. Mögliche Zielkonflikte sollen bereits bei der Planung mitgedacht werden», erklärt Lisa Mühlebach, Raum- und Verkehrsplanerin bei der Gemeinde Emmen. Die Diskussionen zeigten: Die Erwartungen an den zukünftigen Sonnenplatz sind vielfältig. Bei einem Punkt waren sich die Teilnehmenden jedoch besonders einig: Der Platz braucht mehr Schatten und soll auch an heissen Tagen ein angenehmer Aufenthaltsort sein – sei es für eine Pause nach dem Einkaufen, die Mittagspause, ein Treffen mit Freunden, beim Warten auf den Bus oder für gesellschaftliche Veranstaltungen.
Für die Mitwirkung im Echoraum wurden sämtliche Emmer Parteien und relevante Organisationen sowie Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Altersgruppen und gesellschaftlicher Perspektiven eingeladen. Am ersten Workshop vertreten waren unter anderem die politischen Parteien Frauen engagiert in Emmen, Grüne und SP, Vertreterinnen und Vertreter angrenzender Grundeigentümerschaften, des Jugendbüros, von Emmenmarkt und Flohmarkt sowie die Unternehmen Helvetia und Migros. Auch das Klimanetzwerk und die Quartiervereine Alp und Rüeggisingen brachten die Perspektive der Bevölkerung und der Vereine ein.
Spannungsfelder sichtbar
In Gruppen setzten sich die Teilnehmenden mit einem von vier zugespitzten Szenarien auseinander. Diese Szenarien ergaben sich aus zwei Spannungsfeldern: Auf der einen Achse standen «Ruhe und Lebendigkeit» – also die Frage, ob der Sonnenplatz eher Rückzugsort oder Treffpunkt sein soll. Auf der anderen Achse ging es um «festgelegte Nutzung» versus «flexible Nutzung». Soll der Platz optimal auf bestimmte Nutzungen ausgerichtet werden oder möglichst vielseitig und veränderbar bleiben?
«Mit den vier Szenarien wollten wir die Teilnehmenden bewusst mit unterschiedlichen, teilweise gegensätzlichen Vorstellungen konfrontieren. So konnten wir sichtbar machen, welche Chancen und Zielkonflikte mit den verschiedenen Ausrichtungen des Sonnenplatzes verbunden sind», so Viktor Diethelm, Inplus AG, der den Abend moderierte.
Eine stark begrünte «Oase» könnte beispielsweise für mehr Aufenthaltsqualität und Abkühlung sorgen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob dann noch genügend freie Fläche für Veranstaltungen oder den Markt vorhanden wäre. Werden zu viele Bäume und Pflanzen angeordnet, könnte dies die Aufstellung von Marktständen erschweren.
Welchen Charakter soll der Sonnenplatz haben?
Auch eine stärkere Ausrichtung auf Gastronomie wurde kontrovers diskutiert. Gastronomische Angebote könnten den Platz beleben und zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten schaffen. Gleichzeitig könnten Lärm und Nutzungskonflikte mit den Anwohnerinnen und Anwohnern entstehen. Thematisiert wurde zudem der Umgang mit unterschiedlichen Nutzergruppen. Darunter auch Menschen, die von Suchtthematiken betroffen sind. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie der Sonnenplatz als öffentlicher Raum gestaltet werden kann, der unterschiedlichen Menschen offensteht und zugleich ein möglichst konfliktarmes Miteinander ermöglicht. Ergänzende Massnahmen, wie z.B. SIP-Patrouillen, sollen zu einem hohen Sicherheitsempfinden beitragen.
Der angrenzende Kirchenhügel könnte stärker in die Platzgestaltung einbezogen werden. Genannt wurden zudem unter anderem ein Pavillon für witterungsgeschützte Veranstaltungen oder Spiel- und Begegnungsmöglichkeiten für unterschiedliche Altersstufen, wie etwa ein Wasserspiel oder ein Schach. Auch frei zugängliche Sitzgelegenheiten waren ein wichtiges Anliegen – Plätze zum Verweilen, ohne dass dafür zwingend ein Konsumangebot genutzt werden muss.
In weiteren Gruppenarbeiten sammelten und gewichteten die Teilnehmenden Begriffe und Anliegen zur künftigen Atmosphäre und Ausstrahlung des Sonnenplatzes. So entstand ein gemeinsames Gesamtbild, das sichtbar machte, wo die Schwerpunkte des Echoraums liegen. Gleichzeitig zeigte sich eine grosse Bandbreite an Ideen und Vorstellungen, die nicht alle gleich gewichtet wurden und nicht alle gleichzeitig auf dem Sonnenplatz Platz finden können. In den weiteren Planungsschritten gilt es deshalb, die richtigen Schwerpunkte zu setzen und ein stimmiges Mass für die verschiedenen Anliegen zu finden. Der Sonnenplatz soll den Charakter eines lebendigen, vielfältigen Platzes erhalten.
Was bisher geschah
Der Sonnenplatz ist ein zentraler Ort in Emmenbrücke und liegt an der wichtigen Achse zwischen Seetalplatz, Centralplatz und Sprengi. Er wurde Ende der 1990er-Jahre zusammen mit dem Bau des Sonnenplatzcenters erstellt, grenzt an verschiedene private Grundstücke, Geschäfte und Unternehmen und wird heute vor allem als Durchgangsraum genutzt.
«Die Aufwertung des Sonnenplatzes ist kein neues Anliegen», erklärte Lisa Mühlebach. «In vergangenen öffentlichen Mitwirkungsformaten wurde von den Emmer Einwohnerinnen und Einwohnern wiederholt bestätigt, dass eine Aufwertung des Sonnenplatzes eine hohe Priorität hat. Auch gab es verschiedene politische Vorstösse dazu.»
Eine wichtige Grundlage für das aktuelle Projekt bildet das FreiraumkonzeptExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. der Gemeinde Emmen. Dieses wurde im November 2025 vom Gemeinderat verabschiedet und im Dezember 2025 vom Einwohnerrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Darin ist die Aufwertung des Sonnenplatzes als Massnahme mit hoher Relevanz eingestuft.
Nicht der ganze Platz gehört der Gemeinde
«Vor Ort wird der Sonnenplatz als zusammenhängende Fläche zwischen den Gebäuden, der Strasse und dem Kirchhügel wahrgenommen. Lediglich die zentrale Fläche des Platzes befindet sich jedoch im Eigentum der Gemeinde. Weitere Teilflächen gehören privaten Grundeigentümerschaften. Auf Grundlage der Gespräche mit den verschiedenen Grundeigentümerschaften wurde für die erste Projektphase ein Planungsperimeter von knapp 1700 Quadratmetern festgelegt», so Andreas Roos, Gemeinderat und Direktor Bau und Umwelt.
Zudem plant der Kanton in einem separaten Projekt die Umgestaltung des Kreisels und der Gerliswilstrasse bis zur Sprengi. «Dieses wird zeitlich erst nach der Aufwertung des Sonnenplatzes umgesetzt werden», ergänzt Projektverantwortliche Mühlebach und konkretisierte deshalb: «Die Bereiche des Sonnenplatzes, die von der künftigen Gestaltung der Kantonsstrasse betroffen sein könnten, werden wir voraussichtlich aussparen oder nur temporär gestalten.»
Wie geht es weiter?
Bis der erste Bagger auffährt, sind noch verschiedene Schritte notwendig. Auf Grundlage der bisherigen Arbeiten und der Rückmeldungen aus dem Echoraum wird gemeinsam mit einem Landschaftsarchitekturbüro ein Nutzungs- und Gestaltungskonzept für den Sonnenplatz entworfen. Im Jahr 2027 ist eine öffentliche Mitwirkung vorgesehen sowie ein zweiter Workshop mit dem Echoraum. Auf der Grundlage dieser Rückmeldungen wird das Nutzungs- und Gestaltungskonzept fertiggestellt.
Frühestens ab 2028 kann anschliessend die Erarbeitung des Bauprojekts erfolgen. Für die Realisierung wird ein entsprechender Baukredit notwendig sein, über den der Einwohnerrat zu gegebener Zeit entscheiden wird. Anschliessend sind unter anderem die notwendigen Bewilligungsverfahren durchzuführen. Alles Wichtige zum Projekt wird laufend veröffentlicht unter mitwirken.emmen.ch/aufwertung-sonnenplatzExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet..