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Notfalltreffpunkte neu organisiert

30. September 2026
Seit Mai 2022 verfügt die Gemeinde Emmen über ein Netz von Notfalltreffpunkten. Nun wurde das System weiterentwickelt und der Betrieb neu geregelt. Sechs feste und zwei mobile Standorte sowie verschiedene Aktivierungsstufen sollen im Ereignisfall eine rasche und gezielte Reaktion ermöglichen.

Als die Notfalltreffpunkte 2022 eingeführt wurden, standen in Emmen bis zu zwölf Standorte zur Verfügung. Sie sollten der Bevölkerung als erste Anlaufstelle dienen, wenn Strom oder Kommunikationssysteme ausfallen und die üblichen Informations- und Notrufwege nicht mehr funktionieren. Inzwischen hat die Gemeinde die Organisation überprüft und mit einem neuen Konzept umfassend geregelt.

«Entscheidend ist nicht, möglichst viele Treffpunkte gleichzeitig aufzubauen, sondern dort rasch präsent zu sein, wo die Bevölkerung aufgrund der konkreten Lage Unterstützung benötigt», sagt Michael Kümin, Chef Bevölkerungsschutz der Gemeinde Emmen. Ebenso wichtig sei, dass die aktivierten Treffpunkte auch über längere Zeit zuverlässig betrieben werden können.

Sechs feste Standorte, zwei mobile
Das neue Konzept sieht sechs feste Notfalltreffpunkte vor (siehe Infobox oder Website der Feuerwehr EmmenExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.). Ergänzt werden sie durch zwei mobile Notfalltreffpunkte: Ihr Standort wird erst im Ereignisfall aufgrund der Lage, des Bedarfs und der Erreichbarkeit bestimmt.

Auch die Aktivierung erfolgt abgestuft. Bei einem kleinräumigen Ereignis können ein oder zwei Treffpunkte genügen. Ist die gesamte Gemeinde betroffen, können alle sechs festen Standorte in Betrieb genommen werden. Bei zusätzlichem Bedarf kommen die mobilen Treffpunkte hinzu. So lassen sich Personal und Material dort einsetzen, wo sie tatsächlich benötigt werden.

Innerhalb einer Stunde betriebsbereit
Nach dem Entscheid zur Aktivierung übernimmt die Feuerwehr Emmen den Aufbau. Spätestens eine Stunde später sind die benötigten Notfalltreffpunkte so weit betriebsbereit, dass Notrufe entgegengenommen und an die Einsatzzentrale weitergeleitet werden können. Anschliessend wird der Betrieb je nach Lage und Bedarf weiter ausgebaut.

Für die Bevölkerung erfüllen die Treffpunkte mehrere Aufgaben. Dort können Notrufe abgesetzt werden, wenn Telefon- und Mobilfunkverbindungen nicht mehr funktionieren. Gleichzeitig nehmen die Mitarbeitenden Fragen, Hilfegesuche und weitere Anliegen entgegen und geben gesicherte Informationen zur aktuellen Lage weiter. Bei länger dauernden Ereignissen kann zusätzlich ein Informationsbereich hinzukommen.

Jeder Notfalltreffpunkt verfügt über ein analoges Funkgerät. Darüber können Meldungen an die Einsatzzentrale der Feuerwehr Emmen übermittelt werden. Von dort besteht eine Verbindung zur Einsatzleitzentrale der Luzerner Polizei, über die bei Bedarf Polizei, Rettungsdienst oder weitere Einsatzmittel aufgeboten werden können. «Auch wenn die üblichen Kommunikationswege ausfallen, muss die Bevölkerung weiterhin einen Ort haben, an dem sie Hilfe anfordern und verlässliche Informationen erhalten kann», erklärt Kümin.

Auch für längere Ereignisse vorbereitet
Die Feuerwehr stellt zunächst den Grundbetrieb sicher. Muss ein Notfalltreffpunkt länger betrieben werden, können weitere geschulte Kräfte übernehmen. Dazu gehören insbesondere Angehörige der Zivilschutzorganisation Emme sowie Personen aus einem dafür vorgesehenen Personalpool. Pro Standort sind mindestens zwei Personen nötig, je nach Lage bis zu vier pro Schicht.

Ebenfalls geregelt ist die Einbindung der Spitex Emmen. Bei einem länger dauernden Strom- oder Kommunikationsausfall wird die gegenseitige Kontaktaufnahme mit dem Gemeindeführungsstab sichergestellt. Die Spitex kann Unterstützungsbedürfnisse von Personen mit eingeschränkter Mobilität aufnehmen und weiterleiten, wenn sie diese nicht selbst abdecken kann.

Wissen, wo der nächste Treffpunkt liegt
Die Standorte der Notfalltreffpunkte sind dauerhaft gekennzeichnet und damit auch ausserhalb eines Ereignisses als solche erkennbar. Die Beschilderung dient dabei nicht nur der Orientierung im Einsatzfall, sondern soll die Treffpunkte auch im Alltag im Bewusstsein der Bevölkerung verankern.

«Im Ernstfall sollte niemand zuerst suchen müssen, wo er Hilfe erhält. Deshalb ist es wichtig, den nächstgelegenen Notfalltreffpunkt bereits vorher zu kennen», sagt Kümin. Ebenso wichtig sei die Nachbarschaftshilfe – insbesondere für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt oder auf Unterstützung angewiesen sind. «Achten Sie auf Personen in Ihrer Nachbarschaft, die Unterstützung benötigen, und helfen Sie mit, dass auch sie wichtige Informationen und bei Bedarf Hilfe erhalten.»

  • Schulhaus Emmen-Dorf: Singsaal (Pestalozzistrasse 8, 6032 Emmen)
  • Schulhaus Meierhöfli: «Familienzimmer» (Fichtenstrasse 21, 6020 Emmenbrücke)
  • Schulhaus Gersag: Alte Turnhalle Gersag (Rüeggisingerstrasse 24.2, 6020 Emmenbrücke)
  • Schulhaus Riffig: Turnhalle (Riffigrain 19.2, 6020 Emmenbrücke)
  • Schulhaus Hübeli: Turnhalle (Waldeggstrasse 46.3, 6020 Emmenbrücke)
  • Motel Brüggli: Motel 3, Seminarraum (Waldibrücke 7, 6032 Emmen)
Übersichtskarte Notfalltreffpunkte
Das neue Konzept sieht sechs feste Notfalltreffpunkte vor: bei den Schulhäusern Riffig, Hübeli, Gersag, Meierhöfli und Emmen-Dorf sowie beim Motel Brüggli. (Grafik: Gemeinde Emmen)