Gemeinde Emmen
Rüeggisingerstrasse 22
6021 Emmenbrücke
+41 41 268 01 11
emmen@emmen.ch
11'799 Franken ist das Plus, das unter dem Strich des Budgets 2027 steht. Bei einem Aufwand von 284,19 Millionen Franken und einem Ertrag von 284,21 Millionen Franken kommt dies praktisch einer schwarzen Null gleich. «Ein Überschuss von knapp 12'000 Franken ist kein finanzielles Polster. Entscheidend ist aber, dass wir trotz deutlich wachsender und teilweise kaum beeinflussbarer Ausgaben ein ausgeglichenes Budget vorlegen können», sagt Gemeinderat Christian Blunschi.
Die Ausgangslage ist dabei besser als noch vor einem Jahr erwartet. Nach sechs positiven Rechnungsabschlüssen in Folge dürfte auch das laufende Jahr erfreulicher ausfallen als budgetiert. Gleichzeitig hinterlassen die hohen Investitionen der vergangenen Jahre zunehmend Spuren: Abschreibungen und Zinskosten steigen, zudem nehmen insbesondere im Sozial- und Bildungsbereich die Ausgaben weiter zu.
Mehr Ausgaben für Soziales, Pflege und Bildung
Besonders deutlich zeigt sich der Kostendruck bei den sogenannten Transferaufwendungen, also bei Beiträgen, die die Gemeinde an andere Gemeinwesen, Institutionen oder Privatpersonen entrichtet. Gegenüber dem Budget 2026 steigen diese um rund 6,3 Millionen Franken. Allein bei der wirtschaftlichen Sozialhilfe werden 1,2 Millionen Franken mehr erwartet, bei der Pflegerestfinanzierung 1,16 Millionen Franken.
Hinzu kommen höhere Abschreibungen als Folge der grossen Investitionen der vergangenen Jahre sowie zusätzliche Zinskosten für die Finanzierung der Infrastruktur. Auch der Sach- und Betriebsaufwand steigt, unter anderem aufgrund der erweiterten Schulinfrastruktur und des Betriebs des Kultur- und Kongresszentrums Gersag.
Auf der Einnahmenseite wird hingegen mit höheren Steuererträgen gerechnet. Insgesamt sind für 2027 rund 105 Millionen Franken budgetiert; das sind 5,85 Millionen Franken mehr als im Budget 2026. Davon entfallen 4,5 Millionen Franken auf höhere Erträge bei den natürlichen und 1,35 Millionen Franken auf die juristischen Personen. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 2,15 Einheiten.
Zwei Projekte setzen bei Aufwand und Ertrag an
Um die Finanzlage nicht nur kurzfristig auszugleichen, sondern mittelfristig strukturell zu verbessern, lanciert der Gemeinderat zwei strategische Projekte. Einerseits soll die Entwicklung der Emmer Arbeitszonen gezielt vorangetrieben werden. Für 2027 sind dafür 220'000 Franken eingestellt. Ziel ist es, die Standortqualität zu verbessern, Ansiedlungen zu erleichtern und damit langfristig die Wertschöpfung und die Steuererträge von Unternehmen zu erhöhen.
Andererseits wird die Direktion Soziales und Gesellschaft einer umfassenden Potential- und Massnahmenanalyse unterzogen. Dafür sind 140'000 Franken vorgesehen. Strukturen, Leistungen, Prozesse und Finanzierungsmodelle sollen daraufhin untersucht werden, wo Minderaufwendungen oder zusätzliche Erträge möglich sind.
«Wir wollen nicht nur von Budget zu Budget reagieren, sondern dort ansetzen, wo wir mittelfristig tatsächlich Einfluss nehmen können», erklärt Finanzdirektor Christian Blunschi. «Mit der Arbeitszonenentwicklung stärken wir die Ertragsseite. Gleichzeitig wollen wir im Sozialbereich genau hinschauen, welche Möglichkeiten bestehen, dem starken Kostenwachstum entgegenzuwirken.»
Finanzielle Balance bleibt anspruchsvoll
Auch 2027 investiert die Gemeinde kräftig in ihre Infrastruktur. Vorgesehen sind Nettoinvestitionen von rund 29 Millionen Franken. Über die gesamte Planperiode von 2027 bis 2030 beträgt das Investitionsvolumen knapp 114 Millionen Franken. Besonders ins Gewicht fallen die Schul- und Verkehrsinfrastruktur sowie die Umsetzung der Sportstättenstrategie.
Für 2028 rechnet die Gemeinde nochmals mit einem Ertragsüberschuss von rund 600'000 Franken. Ab 2029 zeichnet sich jedoch eine leichte Trendwende ab. Das Wachstum der Einnahmen vermag mit dem steigenden Aufwand voraussichtlich nicht mehr Schritt zu halten. Hauptgründe sind die zunehmenden Abschreibungs- und Zinskosten sowie das anhaltende Kostenwachstum in den Bereichen Soziales und Bildung.
Trotz der positiven Rechnungsabschlüsse der vergangenen sechs Jahre erfüllt Emmen zudem weiterhin nicht sämtliche kantonalen Finanzkennzahlen. Der Gemeinderat will deshalb an der konsequenten Priorisierung der Ausgaben und Investitionen festhalten und mit den beiden strategischen Projekten zusätzlichen finanziellen Handlungsspielraum schaffen.