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Braucht Emmens Kultur einen neuen Fahrplan?

6. November 2026
Wie geht es mit dem Gersag und der Rossmoos-Halle weiter? Und wie soll die Kulturförderung künftig finanziert werden? Angesichts zahlreicher offener Fragen fordert Die Mitte einen umfassenden Planungsbericht zur Emmer Kulturpolitik. Der Gemeinderat sieht dafür keine Notwendigkeit und verweist stattdessen auf das Kulturleitbild 2033.

In Emmens Kulturlandschaft gibt es einiges an Klärungsbedarf: So ist weiterhin unklar, wie es mit dem Kultur- und Kongresszentrum Gersag (KKG) langfristig weitergeht, bei der Rossmoos-Halle ist offen, ob der Ersatzbau überhaupt realisiert wird, und auch bei der Finanzierung von Kulturangeboten stellen sich wichtige Fragen. Die Mitte will mit einem Postulat deshalb mehr Planungssicherheit schaffen und fordert vom Gemeinderat eine umfassende Auslegeordnung.

Diese soll aufzeigen, welche kulturellen Schwerpunkte Emmen künftig setzen will und welche Infrastruktur dafür benötigt wird. Dazu gehört auch die Frage, wie die Kulturförderung finanziert werden soll. Berücksichtigt werden sollen zudem die Zusammenarbeit mit privaten Kulturbetrieben und anderen Gemeinden sowie die Anliegen der Emmer Vereine.

Kulturleitbild statt zusätzlicher Planungsbericht
Der Gemeinderat teilt die Ansicht, dass die kulturelle Entwicklung Emmens vorausschauend geplant werden muss. Anders als Die Mitte sieht er dafür jedoch keinen Bedarf für einen zusätzlichen Planungsbericht. Mit dem Kulturleitbild 2033 verfüge die Gemeinde bereits über eine strategische Grundlage, die es nun schrittweise zu konkretisieren und umzusetzen gelte.

Das Kulturleitbild trat Anfang 2026 in Kraft und wurde unter Einbezug verschiedener Akteure aus der Emmer Kulturszene sowie der Bevölkerung erarbeitet. Es definiert drei zentrale Handlungsfelder. Dazu enthält es verschiedene Fokusprojekte, etwa die Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Design Film Kunst und die Weiterentwicklung der Viscosistadt als Standort der Kreativwirtschaft.

Statt einen weiteren Bericht zu erarbeiten, will der Gemeinderat die bestehenden Schwerpunkte schrittweise konkretisieren und umsetzen. Als Beispiel nennt er die digitale Kulturlandkarte, die noch bis Ende 2026 umgesetzt sein soll.

Noch zu viele offene Fragen
Hinzu kommen gerade jene Unsicherheiten, auf die auch das Postulat hinweist: die Zukunft des KKG, die Rossmoos-Halle und offene Finanzierungsfragen. Ebenfalls offen ist die politische Diskussion um die Billettsteuer. Solange diese Rahmenbedingungen nicht geklärt seien, lasse sich weder der künftige Mittelbedarf noch ein verlässliches Finanzierungsmodell festlegen, argumentiert der Gemeinderat.

Aus seiner Sicht würde ein zusätzlicher Planungsbericht teilweise auf Annahmen beruhen und wenig Planungssicherheit schaffen. Zudem wäre er mit zusätzlichem Personalaufwand und externen Kosten von rund 50’000 Franken verbunden. Der Gemeinderat möchte deshalb am bestehenden Kulturleitbild festhalten und dieses bei Bedarf weiterentwickeln. Er beantragt dem Einwohnerrat, das Postulat abzulehnen.

Das Geschäft wird an der Sitzung vom 10. November 2026 behandelt.

Neuer Fahrplan für Emmens Kultur? Nein, meint der Emmer Gemeinderat und möchte stattdessen am beste-henden Kulturleitbild festhalten. (Bild: msc)