Gemeinde Emmen
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1951 beschloss die Emmer Bürgerschaft – damals noch in einer Gemeindeversammlung mit lauter Männern – den Bau einer Freibadeanlage im Mooshüsli. Die Gemeinde hatte das kleine Bauerngut schon 1946 erworben. 1954 wurde die „Badi“ eröffnet, nicht zum Gefallen aller Emmer und Emmerinnen, war doch ein gemeinsamer Badebetrieb für Männer und Frauen in jener Zeit vielerorts in katholischen Kreisen noch nicht wohlgelitten.
Seither steht in der Badeanlage der „Schwan“ und schaut mit hochgefahrenem Hals und Kopf dem Treiben auf den Liegewiesen zu. Die Plastik in Bronzeguss ist ein Werk des Bildhauers Max Weiss (1921-1996) aus dem Jahr der Eröffnung. Laut Protokoll der Baukommission vom 26.02.1954 ist der Vogel der Gemeinde gratis zugeflogen; Schenker waren Architekt K. Müller, Ingenieur Schröter und die Tobler AG Wasseraufbereitung AG, die auf diese Weise ihre Auftragsarbeiten verdankten.
Max Weiss wurde 1921 in Emmenbrücke geboren, sein Vater war Prokurist in der Viscose, der Sohn wollte Zoologie studieren, besuchte dann jedoch die Kunstgewerbeschule Luzern und wurde Bildhauer. Obwohl er sich 1945 in Tremona im Tessin niederliess, blieb der enge Kontakt zur Heimatgemeinde immer bestehen. Das zeigt sich in den zahlreichen Weiss-Plastiken, die auf Emmer Boden stehen: Dem «Hirsch» auf den Pausenplatz des Gersag-Schulhauses war schon ein Beitrag in dieser Serie gewidmet, und es ist gut möglich, dass nochmals ein tierisches Weiss-Werk auftauchen wird.