Gemeinde Emmen
Rüeggisingerstrasse 22
6021 Emmenbrücke
+41 41 268 01 11
emmen@emmen.ch
Emmen gehört zu den Gemeinden mit dem stärksten Bevölkerungswachstum im Kanton Luzern. Gemäss Prognosen des Bundesamts für Statistik und der kantonalen Statistikstelle LustatExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. könnte sich die Bevölkerung der Gemeinde bis 2055 nahezu verdoppeln: von heute rund 33’000 auf rund 58’000 Einwohnerinnen und Einwohner. Besonders stark nimmt dabei die Zahl der älteren Menschen zu: Die Gruppe der über 65-Jährigen wächst überdurchschnittlich, am schnellsten jene der über 85-Jährigen.
Ambulante Pflegeangebote stärken
Dieser demografische Wandel bringt naturgemäss Herausforderungen in Pflege, Wohnen und Gesundheitsversorgung mit sich. Mit einem Postulat (61/25) verlangt die FDP deshalb vom Gemeinderat die Ausarbeitung einer Altersstrategie für Emmen. Diese soll aufzeigen, wie die Gemeinde auf die absehbaren Veränderungen reagiert – und wo sie selbst Gestaltungsspielraum hat.
Im Zentrum steht die Frage, wie ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können. Die FDP fordert eine gezielte Stärkung der ambulanten Pflegeangebote, etwa durch den Ausbau der Spitex. «Viele Menschen möchten auch im Alter in den eigenen vier Wänden bleiben. Dafür braucht es genügend Unterstützung im Alltag», begründet Postulant Philipp Niederberger den Vorstoss.
Gleichzeitig soll die Altersstrategie auch die stationäre Langzeitpflege berücksichtigen. Aufgrund des Bevölkerungswachstums rechnet der Kanton Luzern mit zusätzlichen Pflegeheimplätzen für die Region. Auch Emmen ist davon betroffen. Das Postulat verlangt, dass der Gemeinderat aufzeigt, wie viele Plätze künftig nötig sein könnten und wie auch Entlastungs- und Notfallplätze eingeplant werden.
Mit Gesundheitsnetzwerken gegen Fachkräftemangel
Beim betreuten Wohnen sieht die FDP aktuell keinen akuten Handlungsbedarf, regt aber an, altersgerechte Wohnformen weiter zu fördern und bestehende Angebote besser sichtbar zu machen. Wichtig sei, dass ältere Menschen wissen, welche Angebote es gibt – und dass ambulante Unterstützungsleistungen bei leichtem Pflegebedarf verfügbar sind.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Gesundheitsversorgung insgesamt. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels fordern die Freisinnigen, regionale Gesundheitsnetzwerke und ein mögliches Gesundheitszentrum zu prüfen. Auch die Digitalisierung soll stärker genutzt werden, um die Zusammenarbeit zwischen Hausärztinnen, Pflege, Spitex und weiteren Akteuren zu verbessern.
«Die Organisation der Langzeitpflege ist eine kommunale Aufgabe, sie wurde politisch aber lange kaum diskutiert», bemerken die Postulanten. Mit der Altersstrategie soll nun eine Grundlage geschaffen werden, um rechtzeitig, koordiniert und vorausschauend zu handeln.