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Kirschlorbeer – unterschätzte Gefahr im Garten

27. April 2026
Der immergrüne Kirschlorbeer ist in den Gärten in Emmen weit verbreitet. Doch er schadet der Natur weit mehr, als vielen bewusst ist. Was die Gemeinde unternimmt und wie auch du selbst aktiv werden kannst.

Ursprünglich stammt der Kirschlorbeer aus Westasien und Südosteuropa. Als Zierpflanze im 16. Jahrhundert nach Europa eingeführt, hat er sich über die Gärten hinaus in die freie Natur ausgebreitet. Heute gilt er als invasiver Neophyt – also als gebietsfremde Pflanze, die einheimische Lebensräume schädigt.

Was den Kirschlorbeer als Gartenpflanze beliebt macht, macht ihn als Neophyt gefährlich: Er wächst schnell, ist winterhart, verträgt Schatten und produziert massenhaft Samen. Vögel fressen die schwarzen Beeren und verbreiten den Samen über weite Strecken. In Waldrändern und Naturschutzgebieten des Mittellandes ist der Kirschlorbeer bereits ein ernstes Problem. Er überwächst Sträucher und Krautsäume und verdrängt einheimische Arten.

Die glänzenden Blätter enthalten zudem giftige Blausäureglykoside – eine potenzielle Gefahr für Haustiere und Kleinkinder. Für Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber ist der Kirschlorbeer weitgehend nutzlos. Einheimische Heckenpflanzen hingegen bieten Hunderten von Insektenarten Nahrung, Lebensraum und Schutz.

Auch in Emmen ist der Kirschlorbeer auf dem Vormarsch, etwa am Rotbach, am Heubächli, entlang der Reuss, im Schluchenwald und rund um die Kaserne. Die Gemeinde bekämpft den Kirschlorbeer gezielt auf eigenen Flächen sowie in Naturschutzgebieten und an Gewässern. Doch ohne die Mithilfe von privaten Gartenbesitzerinnen und -besitzern lässt sich die Ausbreitung kaum eindämmen.

Das kannst du tun
Wer im eigenen Garten bewusst handelt, leistet einen direkten Beitrag zum Schutz der Biodiversität:

  • Keine Neupflanzung: Seit September 2024 ist der Verkauf von Kirschlorbeer in der Schweiz verboten. Setze bei der Gartengestaltung bewusst auf einheimische Arten.
  • Schrittweise Entfernung: Bestehende Pflanzen sollten nach und nach entfernt werden. Schneide diese im Frühjahr oder Herbst bodennah zurück und entferne die Wurzeln.
  • Schnittgut richtig entsorgen: Beeren und Schnittgut gehören weder auf den Kompost noch ins Grüngut, da sie keimfähige Samen enthalten. Verwende den kostenlosen Neophytensack der Gemeinde Emmen und entsorge ihn mit dem Kehricht.
  • Einheimische Gehölze pflanzen: Ersetze Kirschlorbeer durch standortgerechte Wildsträucher. Die Gemeinde bietet jeweils im Herbst eine kostenlose Bestellung an. Hinweise dazu finden sich ab September im Emmenmail und auf emmen.ch.
  • Junge Pflanzen entfernen: Sämlinge lassen sich leicht ausreissen, solange sie klein sind. So wird verhindert, dass neue Bestände entstehen.
  • Gemeinsam handeln: Sprich auch mit Nachbarn. Eine einzelne ersetzte Hecke bringt wenig, wenn daneben weiterhin Samen verbreitet werden.
  • Beobachtungen melden: Melde Fundorte auf infoflora.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.. Das hilft, die Ausbreitung besser zu dokumentieren und zu bekämpfen.

Weitere Informationen und Beratung: Kirschlorbeer | Umweltberatung LuzernExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.

Nahaufnahme Kirschlorbeer.
In Waldrändern und Naturschutzgebieten des Mittellandes ist der Kirschlorbeer ein ernstes Problem. (Bild: zvg)