Gemeinde Emmen
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Die letzten vier Sommer gehörten zu den heissesten seit Messbeginn. Ein Ende ist nicht in Sicht. Der Klimawandel verschiebt die Temperaturen dauerhaft nach oben, Hitzetage werden zur Normalität. Emmen nimmt diese Herausforderung ernst: Als Energie- und Grünstadt fördert die Gemeinde Energieeffizienz und die Durchgrünung des Siedlungsraums. Beides mildert die Sommerhitze. Doch auch im Alltag lässt sich viel gewinnen – mit einfachen, passiven Massnahmen, ganz ohne teure und umweltbelastende Klimaanlage. Das wichtigste Prinzip: Hitze erst gar nicht in die Räume lassen.
Richtig lüften – das Timing entscheidet
Die Aussenluft kühlt sich nach Sonnenuntergang rasch ab. Deshalb gilt: Spätabends, nachts oder frühmorgens lüften, wenn die Aussentemperatur tiefer ist als drinnen. Querlüften mit weit geöffneten gegenüberliegenden Fenstern tauscht die Wärme am schnellsten aus. Tagsüber sollten die Fenster geschlossen bleiben. Dauerlüften auf Kipp bringt wenig und lässt nur die Wärme rein.
Sonne aussperren – bevor sie heizt
Direkte Sonneneinstrahlung ist eine der Hauptursachen für überhitzte Räume. Entscheidend: Der Sonnenschutz muss aussen sein. Innenvorhänge helfen kaum, die Wärme ist dann bereits im Raum. Aussenliegende Storen oder Rollläden sind bis zu dreimal wirksamer. Wer keine hat, kann helle Tücher von aussen vor die Fenster hängen.
Wärmequellen im Haushalt reduzieren
Elektrogeräte, Kochen und Beleuchtung erzeugen erhebliche Abwärme. Ein PC auf Volllast gibt so viel Wärme ab wie ein kleiner Heizkörper. An Hitzetagen lohnt es sich, die eigene Wärmeproduktion zu reduzieren: Geräte ganz ausschalten statt auf Stand-by lassen, Kochen auf die Abendstunden verschieben, Halogenlampen durch LED ersetzen.
Ventilator und Verdunstungskälte clever einsetzen
Ein Ventilator kühlt nicht die Raumluft, sondern den Körper – durch Luftbewegung auf der Haut. Das reicht oft völlig aus. Feuchte Tücher vor dem Ventilator verstärken den Effekt durch Verdunstungskälte. Bei schwülem Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit oder in einer feuchten Wohnung funktioniert dies weniger gut. Nachts den Ventilator Richtung Fenster stellen und nicht direkt auf den Hals richten. Leichte Bettwäsche aus Baumwolle oder Leinen hilft zusätzlich.
Langfristig investieren: Begrünung und Dämmung
Investitionen in eine gute Gebäudehülle oder Begrünung lohnen sich doppelt: weniger Heizkosten im Winter, kühlere Räume im Sommer. Natürliche Dämmstoffe wie Holzfaser, Zellulose oder Hanf schützen wirksam vor Wärmeeintrag. Laubbäume vor dem Haus spenden im Sommer Schatten und lassen im Winter die Sonne durch.
Wenn es ohne Kühlung nicht mehr geht
Bei Hitzewellen oder für ältere und kranke Personen sind passive Massnahmen manchmal nicht genug. Wer neu baut oder saniert, sollte Passivkühlung über eine Wärmepumpe in Betracht ziehen. Das ist energiesparend und ideal kombinierbar mit einer PV-Anlage. Eine konventionelle Klimaanlage bleibt die letzte Option. Dann gilt: Räume nicht unter 22 Grad Celsius kühlen, Fenster schliessen, nur genutzte Räume kühlen und das Gerät regelmässig reinigen und bei mobilen Geräten den Abluftschlauch korrekt abdichten.