Gemeinde Emmen
Rüeggisingerstrasse 22
6021 Emmenbrücke
+41 41 268 01 11
emmen@emmen.ch
Eine organisatorisch anspruchsvolle, zugleich fröhliche und kreative Jubiläumswoche bleibt uns in Erinnerung. Unter dem Motto «Wir sind international – Meierhöfli, mein Schulhaus!» traf sich die ganze Schule täglich zum Singen, Tanzen und Präsentieren.
Klassen zeigten Darbietungen, Gäste bereicherten das Programm, und Quizrunden sowie Präsentationen der «Freien Tätigkeit» sorgten für weitere Höhepunkte. Ob Catwalk, Theater, Ausstellungen, Kurzfilme, Musikbeiträge oder Naturerlebnisse – die Vielfalt war beeindruckend.
Freie Tätigkeit: Ein neues Projekt an unserer Schule
Seit letztem Herbst wird an unserer Schule das Projekt «Freie Tätigkeit» durchgeführt. Lehrpersonen stellen verschiedene Angebote vor, aus denen die Kinder eines auswählen. Dieses besuchen sie sieben Wochen in Folge; aktuell findet die Saison dreimal pro Jahr statt.
Ziel ist es, individuelle Stärken und Interessen gezielt zu fördern - insbesondere in Bereichen, die im Unterricht oft zu kurz kommen. Die Kinder erhalten Raum für Kreativität, neue Erfahrungen und gemeinsames Arbeiten.
Empathie und Menschlichkeit im Vordergrund
Ein Angebot war «Begegnungen im Altersheim» von Claudia Bücheli, IF-Lehrperson. Diese Idee entstand während der Coronazeit, als viele ältere Menschen sehr isoliert waren. Am ersten Morgen überlegten die Kinder gemeinsam, wie sich der Alltag älterer Menschen anfühlt - beispielsweise mit Rollator, Hör- oder Seheinschränkungen oder schnellerer Müdigkeit.
Fünfmal reiste die Gruppe ins Altersheim «Dreilinden». Je zwei Kinder und zwei Seniorinnen und Senioren spielten «Memory» oder «Elfer raus», lachten und lernten voneinander. Dabei zeigte sich, dass die Aktivitäten mit dem Thema «Gedächtnisförderung» für beide Seiten gleichermassen herausfordernd und bereichernd waren.
Besonders eindrücklich war für Claudia Bücheli, wie selbstverständlich die Kinder Plätze im Bus anboten oder nach dem Befinden fragten. Für sie liegt der grösste Wert dieses Angebots darin, Empathie und Menschlichkeit zu fördern. Die Kinder lernen, achtsam auf ältere Menschen zuzugehen und deren Lebenssituation besser zu verstehen.
Kinder lernen immer und überall
An der «Freien Tätigkeit» beteiligen sich Lehrpersonen, Schulsozialarbeit, Hauswart und die Leitung der Tagesstruktur. Gemeinsam schaffen sie vielfältige Lernräume. Yvonne Suter, Leiterin der Tagesstruktur, war überzeugt: «Kinder lernen immer und überall, nicht nur im Klassenzimmer.» Mit ihrer Gruppe erkundete sie das Meierhöfli-Quartier und zeigte Orte aus ihrer eigenen Kindheit.
So führte ihr Weg unter anderem auf die Terrasse eines Hochhauses, von der aus sie das Quartier von oben betrachten konnten. Sie erkundeten die Gänge unter der Kirche, gingen auf Schatzsuche und lernten die Gemeinde aus neuen Perspektiven kennen. Yvonne Suter betont: «Für mich zeigt dieses Projekt, wie wichtig es ist, ein Quartier gut zu kennen, um sich zugehörig und zu Hause zu fühlen – und um Wurzeln zu schlagen.»
Das «Meierhöfli-Gen»
Zur Feier von 70 Jahren Meierhöfli fand während der Jubiläumswoche eine Ausstellung der Freien Tätigkeit statt, die jeden Morgen besucht werden konnte. So bot sich die Gelegenheit, Einblicke in die Arbeiten der anderen Gruppen zu gewinnen.
Während Erwachsene vor allem die Arbeiten betrachteten, genossen die Kinder die Freiheit, unterwegs zu sein, um zu plaudern, Dinge auszuprobieren oder ein Rennen über den Pausenplatz in Socken zu testen. Vielleicht gab es auch ein Stück Kuchen im Elterncafé.
Viele Gäste waren auf unterschiedlichste Weise mit dem Meierhöfli verbunden: als ehemalige Schülerinnen und Schüler, langjährige Lehrpersonen oder Mitglieder der Schulleitung. Oft fiel der Begriff «Meierhöfli-Gen», ein Wort, ein Gefühl, das uns nachhaltig prägt und verbindet.
Während der Woche zeigte sich deutlich das grosse Engagement aller Beteiligten – sowohl bei den Kindern als auch bei den Lehrpersonen. Auch die Eltern konnten dies erleben: Im Elterncafé gab es zahlreiche wertschätzende Rückmeldungen.
Nach den Osterferien startet die letzte Durchführung des Schuljahres. Die Vorfreude ist spürbar. Wir freuen uns darauf, die Kinder weiterhin beim Entdecken zu begleiten und ihnen viele wertvolle Erfahrungen zu ermöglichen. Denn, wie es Yvonne Suter schön auf den Punkt bringt: «Alle positiven Erlebnisse stärken fürs Leben.»