Gemeinde Emmen
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Seit bald 110 Jahren prägt das Schulhaus das Zentrum von Emmen Dorf. Der denkmalgeschützte Haupttrakt stammt aus dem Jahr 1919, Sporthalle und Zwischentrakt kamen 1950 hinzu. Umfassend saniert wurde der Gebäudekomplex letztmals 1988. Zwar befindet sich die Bausubstanz nach wie vor in einem guten Zustand. Nach fast vier Jahrzehnten besteht im Innern jedoch zunehmend Handlungsbedarf – ebenso beim Brandschutz und bei der Barrierefreiheit.
Mit der geplanten Teilsanierung soll die Anlage deshalb fit für die kommenden Jahre gemacht werden. Im Fokus stehen jene Arbeiten, die aus baulicher, gesetzlicher und betrieblicher Sicht heute notwendig sind. Das Geschäft wird am 15. September 2026 im Einwohnerrat behandelt.
Sicherer, barrierefrei und besser nutzbar
Ein zentraler Bestandteil ist der Brandschutz. Neue Brandabschnitte und Fluchtwege bringen die historischen Gebäude auf den heutigen Stand. Gleichzeitig wird die Schulanlage weitgehend hindernisfrei erschlossen. Dafür entsteht beim Zwischentrakt ein Aussenlift, der die Geschosse miteinander verbindet. Ergänzend werden unter anderem eine Rampe zu den Tagesstrukturen und ein rollstuhlgängiges WC erstellt.
Auch im Schulalltag soll sich einiges verbessern. Zusätzliche Gruppen- und Räume für die Integrative Förderung werden geschaffen, die Team- und Vorbereitungsräume für die Lehrpersonen neu organisiert und die Schulbibliothek ins Dachgeschoss verlegt. Abgenutzte Wände, Decken, Böden und Einbauten werden aufgefrischt oder ersetzt. Zudem wird die Beleuchtung der gesamten Anlage auf energiesparende LED-Technik umgestellt.
Von den Arbeiten profitieren nicht nur die Schülerinnen und Schüler. Die Einfachsporthalle wird von mehreren Emmer Vereinen intensiv genutzt. Ihre in die Jahre gekommenen Garderoben und Duschen werden instand gestellt, die Lüftung erneuert und die Zugänge mit einer elektronischen Schliessanlage ausgerüstet.
Sanieren in zwei Etappen
Bewusst nicht Bestandteil des jetzigen Projekts ist eine vollständige Erneuerung der Schulanlage. Der Gemeinderat teilt die Sanierung in zwei Etappen auf. Damit sollen die finanziellen Mittel gezielt eingesetzt und gleichzeitig auf aufwendige Provisorien für den Schulbetrieb verzichtet werden.
Die erste Etappe 2027/2028 konzentriert sich auf den Innenausbau, Brandschutz und Barrierefreiheit sowie die betrieblichen Verbesserungen. Eine zweite Teilsanierung ist nach heutigem Planungsstand ungefähr 2040/2041 vorgesehen. Dann sollen insbesondere Dach, Fassade und Fenster energetisch saniert, die Haustechnik erneuert und weitere Entwicklungsschritte geprüft werden. Dazu gehören auch ein möglicher Erweiterungsbau oder ein späterer Ersatz der Sporthalle.
Die Schülerzahlen in Emmen Dorf dürften bis ungefähr 2032 mit rund zwölf Klassen weitgehend stabil bleiben. Danach ist aufgrund neuer Wohnbauten ein Anstieg möglich. Die Möglichkeit, die Schulanlage zu einem späteren Zeitpunkt zu erweitern, bleibt deshalb ausdrücklich bestehen.
Ein allfälliger vorgezogener Fensterersatz aus Lärmschutzgründen im Zusammenhang mit der Einführung des F-35A wird unabhängig von dieser Teilsanierung behandelt. Die Gemeinde hat entsprechende Forderungen gegenüber dem Bund eingebracht.
Arbeiten hauptsächlich während der Schulferien
Nach Zustimmung des Einwohnerrates soll das Baugesuch fertiggestellt und eingereicht werden. Die Bauarbeiten sind von den Osterferien 2027 bis zum Ende der Sommerferien 2028 vorgesehen. Die lärmintensiven und grösseren Eingriffe sollen möglichst während der Schulferien erfolgen, damit der Unterricht so wenig wie möglich beeinträchtigt wird.
Der beantragte Sonderkredit für die Ausführung beträgt 3,55 Millionen Franken. Zusammen mit den bereits angefallenen Projektierungskosten und unter Berücksichtigung der erwarteten Förderbeiträge belaufen sich die Gesamtprojektkosten auf rund 3,74 Millionen Franken.
Parallel zur Sanierung wird gemeinsam mit der Betagtenzentren Emmen AG die Idee eines Generationenspielplatzes geprüft. Dieser soll die bestehenden Spielangebote besser miteinander verbinden und auch für ältere Menschen sowie Personen mit Einschränkungen attraktiv und zugänglich sein. Das Vorhaben ist als separates Projekt vorgesehen und nicht Bestandteil des beantragten Sanierungskredits.
Die Teilsanierung in Emmen Dorf ist Teil der langfristigen ImmobilienstrategieExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. der Gemeinde Emmen. Mit ihr werden die Emmer Schulanlagen schrittweise bedarfsgerecht erweitert, saniert und optimiert. Nach Projekten wie der Teilsanierung des Schulhauses Krauer sowie den Erweiterungen der Schulanlagen Hübeli und Meierhöfli folgt damit ein weiterer Baustein in der Erneuerung der Emmer Schulinfrastruktur.