Gemeinde Emmen
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Mit der Kontaktstelle Alter EmmenExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. (KAE) steht der Emmer Bevölkerung seit 2024 eine zentrale und niederschwellige Anlaufstelle für Fragen rund ums Alter(n) in Emmen zur Verfügung. Das kostenlose Angebot richtet sich insbesondere an Menschen über 60 Jahre und ihre Angehörigen und vermittelt bei Bedarf direkt an passende Fachstellen und Angebote weiter.
Dass diese Orientierung gefragt ist, zeigen die Zahlen deutlich: 2025 verzeichnete die Kontaktstelle 767 direkte Kontakte – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. 43 Prozent der Ratsuchenden nahmen die Stelle ein zweites Mal in Anspruch. Gleichzeitig wuchs das Netzwerk auf 76 Partnerorganisationen. Auch Veranstaltungen zu Themen wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz im Alter stiessen mit bis zu 110 Teilnehmenden auf grosses Interesse. Eine breit angelegte Bedürfnisumfrage bei der Bevölkerung über 55 Jahren brachte zudem 1871 Rückmeldungen zusammen.
Mehr Ressourcen für Beratung und Vernetzung
Mit der wachsenden Nachfrage ist die Kontaktstelle allerdings zunehmend an ihre personellen und strukturellen Grenzen gestossen. Heute stehen für die KAE 80 Stellenprozente zur Verfügung. Mit der neuen Leistungsvereinbarung soll das Pensum auf insgesamt 130 Prozent erhöht werden. Damit will der Gemeinderat insbesondere die Betriebssicherheit stärken, die Abhängigkeit von einzelnen Personen reduzieren und genügend Ressourcen für die Beratung, die Pflege des Partnernetzwerks sowie die Weiterentwicklung des Angebots schaffen.
Die Kontaktstelle bleibt auch von 2027 bis 2030 organisatorisch bei der Betagtenzentren Emmen AG (BZE AG) angesiedelt. Zu ihren Kernaufgaben gehören weiterhin das Sichtbarmachen von Angeboten, die Vernetzung und Koordination verschiedener Akteure sowie die Beratung und Vermittlung bei konkreten Anliegen. Neu sollen zusätzliche Kapazitäten auch dafür genutzt werden, Kooperationen auszubauen und Drittmittel einzuwerben. Der Gemeinderat sieht darin die Chance, zusätzliche Angebote für die Emmer Bevölkerung zu ermöglichen und gleichzeitig mittelfristig einen Teil der Kosten anderweitig zu finanzieren.
Parallel dazu arbeitet die Gemeinde an ihrer «Direktionsstrategie Soziales und Gesellschaft». Im Rahmen der künftigen Teilstrategien zu den Themen Alter und Gesundheit soll auch geklärt werden, welche Rolle die Kontaktstelle längerfristig einnimmt und wie sie organisatorisch eingebettet sein soll.
Demografischer Wandel
Für den Gemeinderat ist die Weiterführung der Kontaktstelle Alter auch mit Blick auf die demografische Entwicklung von Bedeutung. Eine gut vernetzte Beratung, Prävention und Gesundheitsförderung sollen ältere Menschen dabei unterstützen, möglichst lange selbstbestimmt zu leben – und gleichzeitig dazu beitragen, künftige Herausforderungen im Alters- und Gesundheitsbereich frühzeitig anzugehen.
Für den Betrieb der Kontaktstelle werden jährlich Gesamtkosten von 230'000 Franken veranschlagt. Davon soll die Gemeinde Emmen 201'000 Franken übernehmen. Die verbleibenden 29'000 Franken sollen durch Fundraising und Kooperationen gedeckt werden. Die neue Leistungsvereinbarung schafft dabei auch mehr Transparenz: Bislang wurden verschiedene Aufwendungen für die Kontaktstelle auf unterschiedlichen Konten ausgewiesen.
Für die vierjährige Vertragsdauer von 2027 bis 2030 beantragt der Gemeinderat dem Einwohnerrat Gesamtkosten von 804'000 Franken. Das Geschäft (43/26) wird am 15. September 2026 im Einwohnerrat behandelt.