Gemeinde Emmen
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Heute arbeiten die fünf Mitglieder des Emmer Gemeinderates mit einem Pensum von je 90 Prozent. Für die SVP-Fraktion kann genau das zum Problem werden: Wer für den Gemeinderat kandidiert, muss seine bisherige berufliche Tätigkeit stark reduzieren oder ganz aufgeben. Mit einem Geschäftsführermodell könnten Aufgaben stärker bei der Verwaltung gebündelt und die politischen Pensen verkleinert werden.
Weniger Pensum löst das Problem nicht automatisch
Der Gemeinderat kommt nach der Prüfung des Postulats allerdings zum gegenteiligen Schluss, wie er in seiner Beantwortung festhält. Emmen wird heute nach dem sogenannten Geschäftsleitungsmodell geführt. Die Gemeinderatsmitglieder geben in ihren Direktionen nicht nur die politische Richtung vor, sondern tragen auch Führungsverantwortung. Die administrativen und ausführenden Aufgaben liegen bei den zuständigen Abteilungen.
Zusätzlichen Aufwand bringt laut Gemeinderat auch der Einwohnerrat mit sich: Die Gemeinderatsmitglieder müssen die politischen Geschäfte vertieft kennen und vor dem Parlament vertreten können. Entsprechend hoch fallen auch in anderen Luzerner Parlamentsgemeinden die Exekutivpensen aus: Kriens, Horw und Ebikon kommen auf insgesamt rund 400 Stellenprozente für ihre Exekutive, Emmen auf 450 und die Stadt Luzern auf 500 Prozent.
Und kleinere Pensen wären nicht zwingend attraktiver. Gemäss den Erfahrungswerten der Beratungsgesellschaft BDO AG funktionieren entweder kleine Nebenämter bis rund 20 Prozent oder hohe Pensen ab etwa 80 Prozent vergleichsweise gut. Bei Pensen zwischen rund 30 und 70 Prozent werde es dagegen zunehmend schwieriger, geeignete Kandidierende zu finden.
Ein Wechsel hätte zudem Folgen für die Aufgabenverteilung. Weniger Stellenprozente im Gemeinderat müssten laut Gemeinderat durch zusätzliche Ressourcen in der Verwaltung aufgefangen werden. Gleichzeitig bliebe den Exekutivmitgliedern weniger Zeit für die Arbeit an politischen Dossiers, für repräsentative Aufgaben sowie für die Vertretung Emmens in regionalen und kantonalen Gremien.
Rollen klären statt Modell wechseln
Ganz beim Alten bleiben soll trotzdem nicht alles. Eine Analyse hat laut Gemeinderat gezeigt, dass insbesondere die Rollen und Zuständigkeiten zwischen politischer Führung und Verwaltung weiter geschärft werden können. Genau dort will der Gemeinderat ansetzen. Einen grundlegenden Wechsel des Führungsmodells hält er dagegen nicht für zielführend. Er beantragt dem Einwohnerrat deshalb, das Postulat an der kommenden Parlamentssitzung vom 15. September 2026 abzulehnen.