Gemeinde Emmen
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Emmen wächst – besonders rund um den Seetalplatz. Mit den neuen Wohnungen, Arbeitsplätzen und Nutzungen steigt auch der Druck auf die Verkehrsinfrastruktur und damit auf die öffentlichen Parkplätze. Gleichzeitig sind die Parkgebühren in Emmen heute vergleichsweise tief. Eine Jahresparkkarte kostet 350 Franken und damit weniger als in anderen Gemeinden der Region. In Luzern und Kriens sind es 600 Franken, in Ebikon 500 Franken, in Horw 900 Franken.
Was auf den ersten Blick attraktiv klingt, birgt einen unerwünschten Nebeneffekt: Je grösser die Preisunterschiede werden, desto interessanter wird Emmen als günstiger Abstellort für Personen, die ausserhalb wohnen und hier oder in der Umgebung arbeiten. Betroffen sind auch die Quartierparkplätze. Dort dient die Parkkarte C eigentlich vor allem jenen Emmerinnen und Emmern, die zuhause keinen eigenen Parkplatz haben.
Auswärtige sollen stärker zur Kasse gebeten werden
Für Personen ohne melderechtlichen Hauptwohnsitz in Emmen soll auf die Parkkarte C deshalb künftig ein Zuschlag von 50 Prozent erhoben werden. Geplant ist, die Jahresgebühr für Emmerinnen und Emmer von heute 350 auf 600 Franken anzuheben. Auswärtige würden damit neu 900 Franken bezahlen.
«Unsere Parkgebühren sind heute die tiefsten in der Region. Damit schaffen wir einen falschen Anreiz für Auswärtige, der zunehmend zum Nachteil der Emmer Bevölkerung wird», erklärt Gemeinderat Christian Blunschi. «Mit der Angleichung an das regionale Preisniveau und dem Zuschlag für Auswärtige wollen wir verhindern, dass unsere Quartiere zum günstigen Parkplatz für Pendlerinnen und Pendler werden.»
Der Gemeinderat sieht darin auch eine Frage der Fairness: Wer in Emmen wohnt, soll bei der Nutzung der öffentlichen Parkflächen gegenüber auswärtigen Dauerparkierenden einen Vorteil haben. Die entsprechende Grundlage soll mit einer Teilrevision des Parkplatzreglements geschaffen werden, die der Gemeinderat nun dem Einwohnerrat zur Beratung vorlegt.
Auch Parkuhren werden teurer
Angepasst werden sollen ebenfalls die Gebühren an Parkuhren. Heute kostet das Parkieren in Emmen einheitlich 1.50 Franken pro Stunde. In einem ersten Schritt ist eine Erhöhung auf bis zu 2 Franken pro Stunde vorgesehen. Das entspricht dem üblichen Rahmen in der Agglomeration. Tageskarten sollen künftig 10 statt 7.50 Franken kosten.
Die vergünstigte Parkkarte M für Inhaberinnen und Inhaber eines Jahres- oder Saisonabonnements des Frei- und Hallenbads Mooshüsli soll zudem abgeschafft werden. Damit will der Gemeinderat den Anreiz reduzieren, für den Badi-Besuch das Auto zu nutzen.
Der Einwohnerrat entscheidet mit der Teilrevision allerdings nicht über jeden einzelnen Tarif, sondern nur über den künftigen Gebührenrahmen. Bei Jahresparkkarten soll dieser neu 300 bis 800 Franken betragen, bei Parkuhren 1.50 bis 3.50 Franken pro Stunde. Der Gemeinderat beabsichtigt, diesen Spielraum vorerst nicht vollumfänglich auszuschöpfen. Künftig soll es zudem möglich sein, die Tarife je nach Lage unterschiedlich festzulegen, etwa höher im Zentrum und tiefer an peripheren Standorten.
«Die Entwicklung rund um den Seetalplatz verändert Emmen und damit auch die Mobilität», so Blunschi. «Wir müssen heute die Voraussetzungen schaffen, damit wir den Parkraum auch morgen gezielt steuern können – ohne die Emmer Bevölkerung übermässig zu belasten.»
Die Gemeinde will die Zahl der öffentlichen Parkplätze dabei nicht aktiv reduzieren. Das Angebot soll insgesamt nur moderat abnehmen; in Quartieren können bei Bedarf punktuell auch zusätzliche Plätze geschaffen werden. Als Folge der neuen Tarife rechnet die Gemeinde mit Mehreinnahmen von bis zu 365’000 Franken pro Jahr. Im Vordergrund der Revision steht für den Gemeinderat jedoch die Lenkungswirkung.
Der Einwohnerrat behandelt die Vorlage im November und Dezember 2026. Nach Ablauf der Referendumsfrist sollen die neuen Gebühren ab April 2027 in Kraft treten. Bereits ausgestellte Parkkarten bleiben bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit zu den bisherigen Konditionen gültig.