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Wenn die Hitze steigt, soll das Telefon klingeln

17. Oktober 2026
Der Rekordsommer 2026 hat gezeigt, wie belastend anhaltende Hitze sein kann. Insbesondere für ältere Menschen. Die Mitte-Fraktion möchte deshalb prüfen lassen, ob auch in Emmen ein sogenanntes «Hitzetelefon» eingeführt werden könnte. Die Städte Luzern und Kriens machen es bereits vor.

Heiss, heisser, Sommer 2026: Gemäss Meteo Schweiz war der diesjährige Sommer der wärmste seit Messbeginn 1864. An zahlreichen Messstationen wurden neue Temperaturrekorde verzeichnet, auch die Zahl der Hitzetage und Tropennächte erreichte vielerorts neue Höchstwerte. Was für Sonnenhungrige nach prächtigem Badewetter klingt, kann für andere zur ernsthaften Belastung werden. Besonders ältere und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen leiden unter anhaltend hohen Temperaturen.

Die Mitte-Fraktion möchte deshalb mit einem politischen Vorstoss den Hitzeschutz für ältere Menschen in Emmen verbessern. Die Partei fordert den Gemeinderat auf, die Einführung eines sogenannten «Hitzetelefons» zu prüfen. Dahinter steckt eine einfache Idee: Gefährdete Personen sollen während längerer Hitzeperioden regelmässig telefonisch kontaktiert und bei Bedarf unterstützt werden.

Luzern und Kriens machen es vor
Wie das funktionieren kann, zeigen die Städte Luzern und Kriens. Luzern hat 2022 ein entsprechendes Angebot eingeführt, Kriens zog 2024 nach. In beiden Städten können sich Einwohnerinnen und Einwohner ab 75 Jahren kostenlos für den Dienst anmelden. Sobald MeteoSchweiz eine Hitzewarnung der Stufe 3 ausgibt, werden die angemeldeten Personen täglich telefonisch kontaktiert.

Im Auftrag des Schweizerischen Roten Kreuzes Kanton Luzern erkundigen sich Mitarbeitende nach dem Befinden der Betroffenen und klären ab, ob Unterstützung benötigt wird. Falls nötig, wird über die beteiligten Organisationen entsprechende Hilfe organisiert. Das Angebot richtet sich insbesondere an ältere Menschen, die im Alltag weitgehend auf sich allein gestellt sind.

Allerdings zeigt sich auch, dass die Nachfrage bislang überschaubar ist. Im August 2026 waren in Luzern und Kriens jeweils lediglich zehn Personen für die täglichen Kontrollanrufe angemeldet. Als mögliche Hürden gelten unter anderem die Verpflichtung, während Hitzewellen erreichbar zu sein, sowie die Pflicht, bei der Anmeldung eine Kontaktperson anzugeben.

Bedarf und Machbarkeit klären
Die Mitte sieht im Hitzetelefon dennoch «eine unkomplizierte Möglichkeit, mit älteren Menschen in Kontakt zu bleiben» und sie bei Bedarf gezielt zu unterstützen.

Bevor ein solches Angebot in Emmen eingeführt werden könnte, sollen allerdings verschiedene Fragen geklärt werden. So interessiert die Postulanten insbesondere, wie gross der tatsächliche Bedarf in Emmen ist, wie gefährdete Personen erreicht werden können und welche personellen und finanziellen Ressourcen nötig wären.

Geprüft werden soll zudem eine Zusammenarbeit mit bestehenden Organisationen wie der Spitex, Pro Senectute oder dem Schweizerischen Roten Kreuz. Auch eine zeitlich befristete Pilotphase steht zur Diskussion, um Nachfrage, Wirksamkeit und Aufwand eines Hitzetelefons unter realen Bedingungen zu untersuchen.

Ein heisser Draht für heisse Tage: Der Gemeinderat soll die Einführung eines «Hitzetelefons» prüfen. (Bild: zvg)