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Emmen auf dem Weg zur Stadt

19. Oktober 2026
Aus der Gemeinde Emmen soll offiziell die Stadt Emmen werden. Der Gemeinderat legt dem Einwohnerrat nun die dafür nötige Teilrevision der Gemeindeordnung vor. Sie regelt die neuen Bezeichnungen, beziffert die voraussichtlichen Kosten und zeigt den weiteren Fahrplan auf. Das letzte Wort hat die Emmer Stimmbevölkerung am 28. Februar 2027.

Mehr als 33'000 Einwohnerinnen und Einwohner, ein wachsendes urbanes Zentrum und eine zunehmend bedeutende Rolle innerhalb der Region: Emmen ist längst mehr als eine klassische Agglomerationsgemeinde. Geht es nach dem Einwohnerrat und dem Gemeinderat, soll sich diese Entwicklung künftig auch im Namen widerspiegeln. Aus der «Gemeinde Emmen» soll offiziell die «Stadt Emmen» werden.

Den politischen Anstoss dazu gab eine Motion der SP, die im September 2025 mit 27 zu 9 Stimmen überwiesen wurde. Nun folgt der nächste Schritt: Der Gemeinderat unterbreitet dem Einwohnerrat einen Bericht und Antrag zur Teilrevision der Gemeindeordnung und schafft damit die Grundlage für die geplante Volksabstimmung.

Stadtparlament und Stadtrat statt Einwohnerrat und Gemeinderat
Die vorgeschlagene Teilrevision beschränkt sich bewusst auf die neue Bezeichnung «Stadt Emmen» und die damit verbundenen Anpassungen. So soll der heutige Einwohnerrat künftig «Stadtparlament» heissen, aus dem Gemeinderat würde der «Stadtrat».

Rechtlich bleibt hingegen alles beim Alten: Auch mit dem Stadttitel bleibt Emmen eine Einwohnergemeinde im Sinne des kantonalen Rechts. Neue hoheitliche Rechte oder Pflichten sind mit der Umbenennung nicht verbunden.

Weitere bereits angestossene Reformen, darunter die Einführung eines Bevölkerungsantrags und die Umbenennung der Bürgerrechtskommission in Einbürgerungskommission, sollen erst zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer umfassenden Revision der Gemeindeordnung behandelt werden.

Mehr als ein neuer Name
Für den Gemeinderat ist die Umbenennung mehr als eine rein formale Anpassung. Sie soll einer Entwicklung Ausdruck verleihen, die Emmen seit Jahrzehnten prägt: vom einst landwirtschaftlich geprägten Ort über einen bedeutenden Industriestandort hin zu einem zunehmend urbanen Wohn-, Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel rund um den Seetalplatz und in der Viscosistadt. Mit dem neuen kantonalen Verwaltungszentrum, zusätzlichen Wohn- und Gewerbeflächen sowie vielfältigen Kultur- und Bildungsangeboten gewinnt Emmen weiter an Bedeutung.

Die Bezeichnung «Stadt» soll dieses Selbstverständnis stärken und Emmen auch nach aussen klarer als eigenständigen, attraktiven Standort positionieren. Gleichzeitig betont der Gemeinderat, dass die ländlich geprägten Ortsteile und die wertvollen Naherholungsräume ihren Stellenwert behalten. Gerade das Zusammenspiel von städtischer Dynamik und naturnaher Umgebung mache Emmens besondere Qualität aus.

Umbenennung kostet rund 270'000 Franken
Ein neuer Name bringt auch Anpassungen im öffentlichen Auftritt mit sich. Der Gemeinderat rechnet dafür nach heutigem Stand mit Kosten von insgesamt rund 270'000 Franken. Darin enthalten sind unter anderem die Überarbeitung des visuellen Erscheinungsbilds, Anpassungen an der Website und weiteren digitalen Anwendungen sowie Beschriftungen an Gebäuden, Fahrzeugen, Kleidern und weiteren Arbeitsmitteln.

Die Umstellung soll allerdings nicht auf einen Schlag erfolgen. Vorgesehen ist, bestehende Materialien möglichst lange weiter zu verwenden und Anpassungen mit ohnehin anstehenden Erneuerungen oder Ersatzbeschaffungen zu kombinieren. So sollen etwa vorhandenes Briefpapier und Berufskleider nicht vorschnell ersetzt werden. Die Kosten sollen schwergewichtig in den Jahren 2028 und 2029 anfallen.

Die Bevölkerung entscheidet im Februar 2027
Zunächst liegt der Ball beim Einwohnerrat. Dieser behandelt die Vorlage am 10. November 2026 in erster und am 15. Dezember 2026 in zweiter Lesung.

Stimmt das Parlament der Teilrevision zu, kommt die Vorlage obligatorisch vors Volk. Die Volksabstimmung ist für den 28. Februar 2027 vorgesehen. Bei einem Ja soll die neue Bezeichnung am 1. September 2028 offiziell in Kraft treten.

Emmen aus der Vogelperspektive.
Die Gemeinde Emmen will sich künftig offiziell «Stadt Emmen» nennen. Ende Februar 2027 dürfte die Emmer Stimmbevölkerung über den Namenswechsel befinden. (Bild: pbu)