Gemeinde Emmen
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Im Rampenlicht steht Bruno Schaller nicht besonders gerne, für dieses Abschiedsporträt macht der Leiter des Departements Soziales jedoch eine Ausnahme. Seit Februar 2019 ist er für die Gemeinde Emmen tätig, wo er die Sozialhilfe in einem zunehmend komplexen Umfeld mitgestaltet hat. Ende November verabschiedet er sich von der Gemeindeverwaltung. «Die Sozialarbeit und die Existenzsicherung waren immer spannend und herausfordernd», schreibt er zum Abschied an seine Kolleginnen und Kollegen. Nun sei es Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen.
Klarere Strukturen, grosses Vertrauen
Als Bruno Schaller 2019 in Emmen anfing, befand sich das Team mitten im Wandel der Digitalisierung. Gleichzeitig erkannte er bald, wo es neue Strukturen und klarere Verantwortlichkeiten brauchte. Eine der wichtigsten Veränderungen seiner Amtszeit war die Reorganisation des Departements. Mit der neuen Struktur erhielten Bereichsleitungen klarer definierte Zuständigkeiten und Entscheidungskompetenzen. Für Schaller war das eine entscheidende Voraussetzung, um professionell und effizient arbeiten zu können. Mit Sara Unternährer für die Sozialhilfe und Fabio Gambetta für den Bereich Dienste fand er zwei engagierte Führungskräfte, die Verantwortung übernehmen.
Mit Vertrauen und einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe brachte Bruno Schaller mehr Stabilität und Klarheit in den Arbeitsalltag der Sozialen Dienste. «Ich habe Bruno stets als unterstützende Führungsperson erlebt, die mir Vertrauen geschenkt, mich gefördert und mir den nötigen Freiraum gegeben hat, um Herausforderungen eigenständig zu meistern und mich dabei sowohl fachlich als auch persönlich weiterzuentwickeln», sagt Fabio Gambetta, Leiter Bereich Dienste.
Auch Sara Unternährer, Leiterin Bereich Sozialhilfe, schätzt seine menschliche und zugleich lösungsorientierte Art: «Bruno begegnet den Menschen mit viel Ruhe und Wohlwollen. Auch wenn es anspruchsvoll und hektisch wird, bleibt er besonnen, hört zu und sucht gemeinsam mit den Beteiligten nach Lösungen. Sein trockener Humor hat zudem so manche schwierige Situation aufgelockert.»
Ein grosses Team von rund 40 Mitarbeitenden zu führen, war für Bruno Schaller Neuland. Die neue Struktur verlange von allen Beteiligten vernetztes Denken: Die Aufgaben seien spezialisierter, die Schnittstellen zahlreicher. «Ich habe gelernt, noch besser mit den Mitarbeitenden auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten», sagt er rückblickend. Die Zusammenarbeit mit motivierten Menschen sei für ihn besonders wertvoll geworden.
Sozialwesen im Wandel
Auch die äusseren Rahmenbedingungen haben sich verändert. Das Sozialwesen sei in den vergangenen Jahrzehnten immer vielschichtiger und differenzierter geworden, sagt Schaller. Für Menschen in schwierigen Lebenssituationen sei es nicht einfach, sich im Geflecht aus spezialisierten Stellen und unterschiedlichen Leistungen zurechtzufinden. Die Anforderungen an die Sozialhilfe steigen, während gesetzliche Anpassungen und gesellschaftliche Entwicklungen die Arbeit laufend beeinflussen. Digitalisierung und neue Prozesse kommen hinzu.
Das Personal wurde gezielt ausgebaut, damit Mitarbeitende die einzelnen Fälle enger begleiten, Ansprüche sorgfältiger prüfen und beispielsweise rückwirkende Rentenleistungen zugunsten der Gemeinde geltend machen können. Nachhaltige Sozialhilfe sei keine einmalige Sparübung, sondern eine Aufgabe, die Aufmerksamkeit und Anpassungsfähigkeit erfordere. Für Schaller ist deshalb klar, dass die Ressourcen auch in Zukunft laufend überprüft werden müssen.
Zurück zu den Wurzeln
Mit 63 Jahren geht Bruno Schaller nun in Pension. Die Vielseitigkeit seiner Arbeit werde er vermissen, sagt er. Zugleich freut er sich darauf, seinen Terminkalender künftig selbst bestimmen zu können. Vor allem warten zwei junge Freiberger auf ihn: Helio und Caluna. Schaller ist im Entlebuch mit Arbeitspferden aufgewachsen. Sein Vater war als Pferdefuhrmann in der Landwirtschaft tätig. Nach einer längeren Pause fand Bruno Schaller später zur Pferdearbeit zurück und absolvierte eine Ausbildung in Pferdehaltung.
Ganz verabschiedet er sich vom sozialen Engagement allerdings nicht. Seit vergangenem Herbst gehört Schaller dem Beirat der LZ-Weihnachtsaktion an. Dort bringt er seine langjährige Erfahrung ein und wirkt an der fachgerechten Verteilung von Spendengeldern mit. Dem Departement Soziales wünscht er vor allem, dass der gute Zusammenhalt und die engagierte Teamkultur erhalten bleiben.
Er selbst wird, zusammen mit seiner Partnerin Brigitte Brugger, wieder mehr Zeit im Entlebuch verbringen, wo seine nächste Aufgabe bereits auf ihn wartet: Zwei junge Pferde, die noch in Ausbildung sind, brauchen Geduld, Zeit und Vertrauen. Eigenschaften, die Bruno Schaller auch in seiner Zeit in Emmen wichtig waren.