Gemeinde Emmen
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Brandschutz, Barrierefreiheit, zeitgemässe Schulräume und eine sanierte Sportinfrastruktur: Bei der geplanten Teilsanierung der Schulanlage Emmen Dorf besteht aus Sicht des Einwohnerrates ausgewiesener Handlungsbedarf. Entsprechend deutlich fällt das Votum an der Ratssitzung vom 15. September 2026 aus. Sämtliche Fraktionen unterstützen das Projekt und folgen damit den Anträgen von Gemeinderat und der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK).
Das 1919 erstellte und denkmalgeschützte Hauptgebäude wurde letztmals 1988 umfassend saniert. Mit dem nun bewilligten Projekt werden unter anderem der Brandschutz auf den heutigen Stand gebracht, die Beleuchtung auf LED umgestellt und zusätzliche Gruppen- und Räume für die Integrative Förderung geschaffen. Ein neuer Lift sorgt künftig für eine weitgehend hindernisfreie Erschliessung. Auch Garderoben, Duschen und Lüftung der von Schulen und Vereinen genutzten Einfachsporthalle werden erneuert.
Etappiertes Vorgehen findet breite Unterstützung
Mehrere Fraktionen heben in der Debatte hervor, dass sich die Sanierung bewusst auf die aktuell notwendigen Massnahmen konzentriert. Eddi Schubert (Mitte) spricht von einem «pragmatischen und etappierten Lösungsansatz». Auch Markus Greter (SVP), Claudia Stucki (SP), Rouven Gallati (FDP) und weitere Ratsmitglieder begrüssen, dass die Arbeiten auf zwei Sanierungsschritte verteilt werden. Damit werde einerseits dem baulichen und schulischen Handlungsbedarf Rechnung getragen, andererseits die finanzielle Situation der Gemeinde berücksichtigt.
Die erste Etappe 2027/2028 konzentriert sich auf Innenausbau, Brandschutz, Barrierefreiheit und betriebliche Verbesserungen. Eine zweite Teilsanierung ist nach heutiger Planung ungefähr 2040/2041 vorgesehen. Dann stehen insbesondere die energetische Sanierung von Dach, Fassade und Fenstern sowie mögliche weitere Entwicklungsschritte der Schulanlage im Fokus. Das Vorgehen ist Teil der langfristigen StrategieExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet., mit der die Gemeinde ihre Schulinfrastruktur schrittweise saniert, erweitert und optimiert.
Pausenplatz, Fluglärm und Toiletten geben zu reden
Diskutiert wird auch über die Umgebung der Schulanlage. Claudia Stucki (SP) und Claudia Bachmann (FeE) sprechen sich dafür aus, bei einer späteren Etappe eine Entsiegelung und stärkere Begrünung des grossflächig asphaltierten Pausenplatzes zu prüfen. Rouven Gallati (FDP) verweist demgegenüber auf die vielfältigen heutigen Nutzungen des Platzes – unter anderem für Veranstaltungen und als Parkierung bei Anlässen im benachbarten Pfarreizentrum. Eine umfassende Umgestaltung des Pausenplatzes ist nicht Teil des nun beschlossenen Projekts.
Ebenfalls angesprochen wird der Fluglärm des nahe gelegenen Militärflugplatzes. Aus dem Rat kommt die Forderung, dass sich die Gemeinde weiterhin beim Bund für einen verbesserten Lärmschutz der Schulanlage einsetzen soll. Die Gemeinde fordert bereits einen Ersatz der Fenster und hat dies im laufenden Plangenehmigungsverfahren zur Einführung des F-35A eingebracht. Weil die entsprechenden Abklärungen mit dem Bund noch laufen, ist ein möglicher Fensterersatz nicht Bestandteil der nun beschlossenen Teilsanierung.
Petra Mauro (Grüne) und Chris Kravogel (GLP) thematisieren zudem das Fehlen genderneutraler Toiletten. Gemeinderat Christian Blunschi verweist darauf, dass entsprechende Lösungen gemäss bisherigem Entscheid bei Neubauten geprüft werden, bei Sanierungen aufgrund der bestehenden Gebäudestruktur jedoch nicht ohne Weiteres umsetzbar seien. Das Anliegen werde ernst genommen, betont Blunschi; geprüft werde unter anderem, ob im Erdgeschoss eine bestehende Toilette entsprechend angepasst werden könne.
Bauarbeiten ab 2027
Mit der einstimmigen Zustimmung des Einwohnerrates ist der Weg für die weitere Planung frei. Nach Abschluss des Baubewilligungsverfahrens sollen die Arbeiten von den Osterferien 2027 bis zum Ende der Sommerferien 2028 durchgeführt werden. Grössere und lärmintensive Eingriffe sind möglichst während der Schulferien vorgesehen, damit der Schulbetrieb so wenig wie möglich beeinträchtigt wird.