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Mit dem Velo zur Arbeit und dafür einen Zustupf?

2. November 2026
Ein Zustupf fürs ÖV-Abo oder ein Gutschein fürs Velo: Ein Postulat will den Arbeitsweg ohne Auto für die Angestellten der Gemeinde Emmen attraktiver machen. Beim Gemeinderat stösst das Anliegen auf offene Ohren, denn ein entsprechendes Mobilitätskonzept liegt längst vor.

Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, profitiert bei der Gemeinde Emmen von vergünstigten Parkplätzen. Wer hingegen das Velo, den öV oder die eigenen Füsse nutzt, erhält keine vergleichbare Unterstützung. Dieses Ungleichgewicht kritisieren Petra Mauro (Grüne) und Mitunterzeichnende in einem Postulat. Sie fordern ein Mobilitätsmanagement, das umweltfreundliche Arbeitswege finanziell attraktiver macht. Denkbar wä-ren etwa Beiträge an öV-Abonnemente, Gutscheine für Velofahrende oder wetterfeste Kleidung für Fuss-gängerinnen und Füssgänger.

Ein Konzept liegt bereits vor
Der Gemeinderat unterstützt das Anliegen grundsätzlich. Mehr noch: Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben in dieser Sache bereits weitgehend gemacht. So war bereits im Legislaturprogramm 2022 bis 2025 die Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts für die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung und der Volksschule Emmen vorgesehen.

Dafür liess die Gemeinde unter anderem die Pendlerbewegungen analysieren, befragte die Mitarbeitenden zu ihrem Mobilitätsverhalten und erarbeitete aus den gewonnenen Erkenntnissen ein Konzept. Die Arbeiten wurden im Juli 2025 abgeschlossen und vom Gemeinderat gutgeheissen. Umgesetzt wurde das Konzept bislang allerdings nicht: Aufgrund der damals angespannten finanziellen Lage verzichtete der Gemeinderat darauf, die notwendigen Mittel ins Budget 2026 aufzunehmen. Das Mobilitätskonzept blieb damit vorerst auf Eis.

Jährliche Kosten von bis zu 220’000 Franken
Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen jedoch verändert, weshalb der Gemeinderat das bislang zurückgestellte Mobilitätskonzept nochmals überprüfen und bei Bedarf anpassen will. Dazu gehört etwa der kommunale Verkehrsrichtplan, der den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr stärken will. Auch die geplanten Anpassungen der Parkgebühren und kantonale Bestrebungen zur Mobilitätssteuerung im Schulbereich sollen berücksichtigt werden.

Offen bleibt die Finanzierung: Je nach Variante rechnet der Gemeinderat mit jährlichen Kosten zwischen 120’000 und 220’000 Franken. Ziel sei deshalb eine möglichst kostenneutrale Umsetzung, wofür der Gemeinderat verschiedene Varianten prüft. Ob und in welcher Form die Mitarbeitenden künftig von finanziellen Anreizen für nachhaltige Arbeitswege profitieren können, ist somit noch offen.

Der Gemeinderat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Das Geschäft wird an der Sitzung vom 10. November 2026 behandelt.

Fahrräder
Beiträge für ÖV sowie Fuss- und Veloverkehr? Das entsprechende Mobilitätskonzept dazu wäre griffbereit. (Bild: msc)