Gemeinde Emmen
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Bereits 2024 hatte der Einwohnerrat einen Projektkredit von gut 2,2 Millionen Franken gesprochen. In der anschliessenden Vorprüfung durch den Kanton Luzern zeigte sich jedoch, dass der geplante Strassenknoten aus Sicherheitsgründen angepasst werden muss. Neu sind unter anderem eine Lichtsignalanlage, eine optimierte Fussgängerüberquerung sowie ein direkter Radstreifen vorgesehen.
Die vorberatende Bau- und Verkehrskommission stellte sich trotz Kritik hinter den Zusatzkredit. Kommissionspräsident Matthias Lingg bezeichnete die Situation zwar als «unschön»: Rückblickend wäre es besser gewesen, wenn das Projekt bereits früher beim Kanton zur Vorprüfung eingereicht worden wäre. «Dann hätte man die Projektkosten wohl schon damals höher beantragen müssen», sagte Lingg. Die nun geforderten Anpassungen wären seiner Einschätzung nach ohnehin notwendig geworden.
Mehrkosten nachvollziehbar
In der Debatte verlief die Diskussion weitgehend entlang der politischen Linien. Pascal Müri (SVP) sprach von grossem Unmut in seiner Partei. Besonders die Planungskosten sowie zusätzliche Ausgaben für Grün- und Freiflächen seien auf Kritik gestossen. «Die immensen Honorare stossen sauer auf», sagte Müri. Die SVP kündigte deshalb an, den Zusatzkredit abzulehnen – auch im Bewusstsein, dass dieser wohl eine Mehrheit finden werde.
Andere Fraktionen stellten die langfristige Entwicklung des Gebiets in den Vordergrund. Für Edmund Schubert (Die Mitte) ist das Projekt ein wichtiger Baustein für den Seetalplatz und das Umfeld des Bahnhofs Emmenbrücke. Seine Partei werde auf die Vorlage eintreten: «Das Geld ist gut investiert – und jetzt soll es wenigstens zügig weitergehen.»
Auch die SP unterstützte den Zusatzkredit. Claudia Stucki bezeichnete die Umlegung der Bahnhofstrasse als «wichtigen Schritt für die Entwicklung rund um den Bahnhof Emmenbrücke». Die Mehrkosten seien nachvollziehbar begründet worden. Zudem begrüsse ihre Partei, dass im überarbeiteten Projekt der Biodiversität mehr Gewicht gegeben werde.
Bei den Grünen/GLP stiess vor allem die Reduktion der Veloparkplätze auf Kritik. Petra Mauro bedauerte, dass rund 50 Abstellplätze im Projekt gestrichen wurden. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass in der Schützenmatt bereits neue Veloparkplätze geplant sind. «Nicht ideal, aber nachvollziehbar», so Mauro.
Gemeinde als verlässliche Partnerin
Bau- und Umweltdirektor Andreas Roos betonte, dass die Gemeinde in verschiedenen Punkten gebunden sei. Er verwies auf bestehende Vereinbarungen mit verschiedenen Partnern rund um den Seetalplatz. Die Gemeinde habe etwa die Verpflichtung, den Zugang für Mitarbeitende der neuen kantonalen Verwaltung sicher und attraktiv zu gestalten. «Wir wollen verlässliche Partner für unsere Stakeholder sein.»
Der Kostenteiler mit dem Kanton Luzern sei intensiv verhandelt worden. «Wir haben uns stark für eine faire Aufteilung eingesetzt», erklärt Roos. Die Anpassungen auf der Kantonsstrasse werden vollständig vom Kanton Luzern getragen. Bei der neuen Lichtsignalanlage sowie den daraus resultierenden Anpassungen im Bereich des Bushubs beteiligen sich Kanton und Gemeinde gemeinsam: Der Kanton übernimmt 60 Prozent der Kosten, die Gemeinde Emmen 40 Prozent. Damit steigen die Gesamtkosten des Projekts auf rund 2,76 Millionen Franken.
Am Ende folgte eine deutliche Mehrheit dem Antrag des Gemeinderats. Mit 27 zu 11 Stimmen bewilligte der Einwohnerrat den Zusatzkredit. Sofern gegen den Beschluss nicht das fakultative Referendum ergriffen wird, kann die Umlegung der Bahnhofstrasse und damit ein weiteres Projekt im Entwicklungsgebiet rund um den Seetalplatz weiter vorangetrieben werden.